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Eigene Entwicklungen als OpenSource verkaufen

 
Beiträge zu diesem Thema Autor Datum
 Eigene Entwicklungen als OpenSource verkaufen Unfug 22.05.2020 17:08
 RE: Eigene Entwicklungen als OpenSource verkaufen Abt 22.05.2020 18:30
 RE: Eigene Entwicklungen als OpenSource verkaufen T-Virus 22.05.2020 23:13

Autor
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Unfug
myCSharp.de-Mitglied

Dabei seit: 25.07.2006
Beiträge: 119


Unfug ist offline

Eigene Entwicklungen als OpenSource verkaufen

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Hallo zusammen,

unsere Kunden wünschen sich immer wieder, dass unsere Produkte als OpenSource verkauft werden.
In der Regel wird die Software als Closed Source geliefert und der Kunde kann, je nach Vertrag, dann die Software verwenden (Resellern, OnPremise , Auf 10 Servern etc etc).

Jetzt haben wir aber auch Kunden, die gerne individuelle Lösungen sich wünschen bei denen dann aber unsere Basissoftware die Grundlage ist.

Die Gründe warum ein Kunde Opensource haben möchte sind vielfältig:
a) Sicherheit der IT (eigene Audits)
b) Sicherheit bei Insolvenz
c) Möglichkeit der Weiterentwicklungen von Drittanbietern oder durch eigene Mitarbeiter

Es spricht generell nichts dagegen OpenSource bereitzustellen. Das Problem ist jedoch, dass ein großer Teil unserer Arbeit auf unseren Bibliotheken basiert. Also im Grunde können wir unsere Mitarbeiter nur bezahlen, weil wir mit diesen Bibliotheken überhaupt die Wünsche der Kunden erfüllen können. Die Umsetzung der Bibliotheken war auch nicht gerade billig.

In unseren Verträgen könnte man einbringen, dass es verboten ist, die Bibliotheken öffentlich zugänglich zu machen.
Aber was ist, wenn die Firma gehackt wird? Was ist, wenn Mitarbeiter sich entscheiden den Code doch anders als vertraglich vereinbart zu verwenden? Auf große Prozesse haben wir wenig Lust. Man müsste ja selbständig alles nachweisen.

Hat jemand schon Erfahrung damit ? Wie geht ihr damit um?
Gibt es Empfehlungen?
Unfug
22.05.2020 17:08 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
Abt
myCSharp.de-Team

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Dabei seit: 20.07.2008
Beiträge: 14.280
Herkunft: Stuttgart/Stockholm


Abt ist offline

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Bin ein großer Fan von Open Source aber von irgendwas müssen die Firmen leben.

IP Solutions sind kostbar und sollten natürlich keinen Risiken unterlegen; daher halte ich es für utopisch, dass IP Solutions "einfach so" Open Source werden, sofern es sich um die primäre Einnahmequelle handelt. Eine Firma auf Open Source umzumünzen macht man nicht einfach so. Das ist ein kompletter Wandel mit entsprechenden Risiken.
Dass die Big 5 derzeit fast alles Open Source setzen hat ja auch den Sekundärgrund, dass dadurch die Community um die Firma wächst und entsprechend das Zeug querfinanziert wird.

Deine genannten Gründe sind für mich kein Grund für Open Source.

- Zugriff auf Quellcode für Audits können an entsprechende Auditoren zur Verfügung gestellt werden. Das kann man vertraglich regeln.
- Insolvenzsicherheit bei IP Solutions gewährleisten wir dadurch, dass der Quellcode beim Notar hinterlegt wird (auch entsprechend vertraglich.
- Für Customizing kann man Schnittstellen schaffen

Zitat:
Aber was ist, wenn die Firma gehackt wird? Was ist, wenn Mitarbeiter sich entscheiden den Code doch anders als vertraglich vereinbart zu verwenden? Auf große Prozesse haben wir wenig Lust. Man müsste ja selbständig alles nachweisen.

Bis das durch ist sind die meisten Firmen pleite. Muss man ganz ehrlich so hart sagen.

Mein Eindruck ist, dass sich viele Firmen mit dem Open Source Argument auch vom Partner und Kosten lösen wollen - auf Kosten des Partners.
22.05.2020 18:30 Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
T-Virus T-Virus ist männlich
myCSharp.de-Mitglied

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Beiträge: 1.630
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Bei uns gab und gibt es auch immer mal Anfragen von Kunden den Quellcode der entsprechenden Produkte zu bekommen.
Bei einem Kunden, der ein Individual Projekt hatte und für uns nicht mehr rentabel waren, hätten wir den Quellcode auch nur gegen Bezahlung rausgegeben.
Da der Kunde keinen Anspruch auf den Quellcode vertraglich gesichert hat und er am Ende auch den Preis nicht zahlen wollte, stand er dann zu seinen ungunsten mit einer nicht mehr anpassbaren Software da.

Da wir in einige Projekte teilweise mehrere Jahre Entwicklungszeit investiert haben, werden diese nicht einfach auf Kundenwunsch im Quellcode ausgeliefert!
Der Kunde bekommt hier, je nach Software, auch einen angepassten Stand mit seinen Änderungen.
Diese werden im Grundprodukt dann über Customizing eingepflegt, so dass die Grundsoftware nicht angepasst werden muss und wir die entsprechende Version für den Kunden auch parallel entwickeln können.

Auch schränken wir das Hosting einige unserer Dienste auch soweit ein, dass diese nur bei uns gehostet werden und der Kunde im Endeffekt nur ein Nutzer der jeweiligen Platform sein kann.
Dies liegt auch daran, dass diese Dienste intern weitere Dienste verwenden, die nicht öffentlich sind!
Auch nutzen wir dann für die jeweiligen Komponenten, die wir wiederum von anderen Dienstleitstern bieziehen, unsere Lizenzen.
Diese müssten wir überall aus dem Code entfernen und der Kunde müsste dann neben unserer Software für die entsprechenden Komponenten eigene Lizenzen kaufen.
Dies würde dem Kunden teilweise mehr kosten als die eigentlichen Produkte, da viele Lizenzen auch auf Abo Modelle umgestiegen sind und bei uns durch die laufenden Einnahmen untergehen.

Dieses Vorgehen machen wir auch weil es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit der Wartung auf den Kunden Systemen gab und die Hardware Anforderungen auch bei größeren Installationen nicht mehr mit 0815 Kisten abgedeckt werden können.

Da wir hier häufig mit Kunden zu tun haben, die mit uralter Hardware, die ins Museum gehört, arbeiten wäre es nicht mal möglich die Software auszurollen ohne das der Kunde mehr Geld für Software (OS) + neue Hardware als für das eigentliche Produkt in die Hand nehmen müsste.

Hier laufen teilweise Windows Systeme, die noch als zentrale Server verwendet werden, die man längst vom Netz nehmen müsste.
Da findet man die wildesten Konstellationen von Windows XP, 2000 oder Windows Server 2008.
Auch gibt es Firmen, die nicht mal eine IT Abteilungen haben und somit den Code überhaupt warten/entwickeln könnten.
Diese würden im Endeffekt auch wieder andere IT Unternehmen beauftragen müssen.
Und da fallen Kosten an, die dann auch höher sind als beim aktuellen Partner zu bleiben.
Schon weil es ein ordentlicher Aufwand ist sich durch den ganzen fremenden Code zu arbeiten.
Auch diese Arbeit wird dem Kunden fleißg in Rechnung gestellt.

Mich würde es auch freuen, wenn wir unseren Kunden den Code ohne bedenken bereitstellen können.
Schließlich sind wir selbst Nutzer von Freier und offener Software in vielen Formen und Farben.
Egal ob Linux, PostgreSQL, Redis, Docker und co.
Ohne solche Komponenten könnten wir einen Teil unserer heutigen Produkte nicht mal anbieten.

So sehr es mir auch leid tut, aber viel ändern lässt sich aus unserer Sicht auch nichts daran ohne grundlegende Strukturen bei uns einzureißen und teilweise Dienste offen zu legen, die wir auch intern nutzen.
Dies würde aber unseren eigenen Geschäftsinteressen zu widerlaufen, weshalb dies mit hoher Wahrscheinlichkeit nie passieren wird.

Auch wenn der Drang solcher Firmen nachvollziehbar ist, so kann dem meistens wegen solcher Probleme beim Partner einfach nicht nachgekommen werden.
Sollte sich doch mal eine solche Gelegenheit bieten, wäre ich auch selbst sehr erfreut darüber.

T-Virus
22.05.2020 23:13 E-Mail | Beiträge des Benutzers | zu Buddylist hinzufügen
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