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--- Microsoft Cloud Deutschland nicht mehr für Neukunden verfügbar (https://www.mycsharp.de/wbb2/thread.php?threadid=121019)


Geschrieben von markl am 03.09.2018 um 17:28:
  Microsoft Cloud Deutschland nicht mehr für Neukunden verfügbar
 https://news.microsoft.com/de-de/microsoft-cloud-2019-rechenzentren-deutschland/

... und da geht sie hin die "Deutschland-Cloud"


Geschrieben von Khalid am 04.09.2018 um 07:35:
 
Also ich lese die News etwas anders.

Zitat:
Azure soll im vierten Quartal des Kalenderjahres 2019 allgemein verfügbar werden. Office 365 soll im ersten Quartal Kalenderjahr 2020 folgen sowie Dynamics 365 im Laufe des Jahres 2020.

Zitat:
Aufgrund dieser veränderten Kundenanforderungen werden die neuen Cloud-Regionen nun den Schwerpunkt unserer Cloud-Strategie in Deutschland bilden

Die "Deutschland-Cloud" beginnt erst. Sie ist "nicht mehr" für Neukunden verfügbar, sondern "erst bald" für Neukunden verfügbar.

[Edit]: Achso. Es regen sich jetzt alle auf, dass es nicht mehr "Microsoft Deutschland Cloud", sondern dann nur noch "Microsoft Azure" in Deutschland ist. Da verstehe mal jemand die Aufregung...


Geschrieben von Abt am 04.09.2018 um 08:23:
 
Absolut richtiger Schritt!


Geschrieben von Palin am 04.09.2018 um 17:43:
 
Das Argument für die  Deutschland Cloud, war doch das die Telekom als Treuhänder fungiert. Und  Microsoft so nicht in den USA zur Daten Herausgabe gezwungen werden kann, weil sie gar keinen zugriff auf die Daten haben.

 Wenn ich das Richtig verstehen, fällt das ja weg.


Geschrieben von Abt am 04.09.2018 um 20:57:
 
Das Problem ist ein deutsches Problem.

Viele deutsche Firmen haben nicht aus Vernunft oder Anforderung, sondern aus reiner Sturrheit unbedingt eine deutsche Cloud gewollt.

Als dann Microsoft die Preise gezeigt hat (Strom in Deutschland ist teurer, Telekom will ebenfalls was) sind die Firmen, die zunächst Interesse an einer deutschen Cloud hatten, dann eben doch in die Public Cloud nach Amsterdam und Co.
Viele Funktionen von Azure gab es in der Deutschen Cloud nicht, weil hier eben das globale Netzwerk notwendig ist.

Ich hatte mit ettlichen deutschen Kunden zutun, die unbedingt die deutsche Cloud beim Erstgespräch fokussiert hatten, aber dann verworfen haben, weil die Kunden dann gemerkt haben: hups, wir haben ja nicht nur Anwender in Deutschland - wir müssen Global sein.


Geschrieben von MrSparkle am 04.09.2018 um 22:41:
 
Zitat von Abt:
nicht aus Vernunft oder Anforderung, sondern aus reiner Sturrheit

Das Versprechen war ein Cloud-Angebot, welches den EU-Datenschutzrichtlinien entspricht.


Geschrieben von Abt am 05.09.2018 um 08:52:
 
Nicht alleine, denn dann hätte man schon immer einfach das Amsterdam-oder Irland-Angebot nutzen können.

Wie gesagt, die Sturheit ist genau das, was meine Erfahrung mit den Kunden gezeigt hat - mit großem Abstand vor anderen Kritikpunkten wie US-Unternehmen...
Es ging vielen am Anfang nur darum, dass die Server in Deutschland stehen - EU war den meisten egal, egal ob das ebenso gültig ist oder nicht.


Geschrieben von Khalid am 05.09.2018 um 09:01:
 
Hinzu kommt ja, dass MS sich auch für die neuen Rechenzentren auch der DSGVO verpflichten. Dass ist eigentlich der wichtigste Punkt. Wo der Server steht, ist mir insgesamt egal. Leider nicht den anderen. Da kann ich Abt nur zustimmen. Reine Sturheit...


Geschrieben von LaTino am 05.09.2018 um 10:16:
 
Zitat von Khalid:
Hinzu kommt ja, dass MS sich auch für die neuen Rechenzentren auch der DSGVO verpflichten.

 https://www.heise.de/ix/heft/Glauben-statt-wissen-4140402.html?artikelseite=&view=

LaTino


Geschrieben von Papst am 05.09.2018 um 15:25:
 
Der Heise Artikel ist leicht unter aller Kanone. Als extrakt kann man sagen, dass Microsoft eine virtuelle IP im routbaren Bereich, die in jedem RZ genutzt wird und zu der Daten fließen.
--> Was der Artikel nicht direkt sagt ist, dass man nicht nachvollziehen kann ob diese IP in den USA liegt oder doch nur zwei Schränke neben meiner VM. Da muss man den Verträgen und Zertifikaten vertrauen. Das muss man aber sowieso.

Dass Daten fließen ist logisch, denn jeder Virtualisierer nutzt Agents auf den Maschinen um diese über die virtuelle Hardware hinaus zu überwachen und Kommandos (wie z.B. Fahre herunter) zu senden.
Dass diese IP in jedem RZ gleich ist spart Konfigurationsaufwand und Pflegeaufwand für die Images (wobei man das sicher automatisieren könnte oder z.B. über eine DNS Auflösung lösen könnte).

DSGVO betrifft (nach meinem Kenntnisstand) Hauptsächlich Personenbezogene Daten. Hierzu werden die Daten, die in einem Serversystem anfallen, welches gerade Provisioniert wurde sicherlich nicht gehören (ausser eventuell dem gewählten Administrator Benutzernamen).


Geschrieben von MarsStein am 05.09.2018 um 15:40:
 
Hallo,

in dem Artikel wird ja nur aufgezeigt, dass der Server aus der Deutschland-Cloud mit einem von Microsoft (irgendwo) betriebenen Server kommuniziert.
Das finde ich nun im Zusammenhang mit Azure nicht wirklich verwuderlich, und von einer Übertragung personenbezogener Daten ist gar keine Rede. Wenn da Telemetriedaten fließen, dann halt auch nur mit der Server-IP (wären es die IPs der Clients, wäre das was anderes, davon war aber im Artikel keine Rede).

Insofern finde ich den Artikel jetzt auch nicht so doll - den Cloud-Hype aber übrigens auch nicht Zunge raus

Gruß, MarsStein


Geschrieben von Palin am 05.09.2018 um 18:02:
 
Ich finde den Satz ja interessanter.

"Wichtiger aber: Spätestens seit dem jüngst verabschiedeten CLOUD Act dürfen US-Behörden auch auf die Server amerikanischer Firmen zugreifen, die im Ausland stehen. Dazu dürften solche mit IP-Adressen, die Microsoft USA gehören, zweifellos zählen."

Wenn Microsoft jetzt wider selber Zugang zu den Servern hat, können die US-Behörden sie dazu zwingen dort gespeicherte Daten herauszugeben.


Geschrieben von Papst am 05.09.2018 um 18:05:
 
Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster... aber sagt der CLOUD Act nicht aus, dass Regelungen hierfür mit den entsprechenden Ländern getroffen werden müssen? Mir ist das so in Erinnerung, weil der herausgebende Anbieter ansonsten gegen geltendes Recht in den Ländern verstoßen würde, in denen die RZ's betrieben werden.


Geschrieben von Palin am 05.09.2018 um 18:17:
 
Aus dem Heise Artikel, den ich oben Verlinkt habe:

"Darin wird festgelegt, dass Dienstebetreiber Kundendaten herausgeben müssen, egal wo die Daten physisch gespeichert sind.

Der Betreiber kann, wenn er möchte, Widerspruch einlegen, sofern die Herausgabe der Daten gegen das Recht jenes Landes widerspricht, in dem die Daten gespeichert sind. Allerdings gilt das nur, wenn der betroffene Kunde weder US-Bürger noch Einwohner der USA noch ein dort registriertes Unternehmen ist. Handelt es sich beispielsweise um einen US-Bürger, zwingt der CLOUD Act den Betreiber gegebenenfalls, ausländisches Recht zu brechen.

Selbst wenn der Betreiber zulässig Einspruch erhebt, müssen die dann zuständigen US-Gerichte so viele Faktoren berücksichtigen, dass eine Aufhebung oder Einschränkung des Herausgabebefehls die große Ausnahme bleiben dürfte.

....

Zusätzlich sieht der CLOUD Act vor, dass der US-Präsident mit anderen Regierungen den gegenseitigen Datenzugriff vereinbaren kann.

...


Betroffene können nicht gegen den Eingriff vor Gericht gehen und müssen auch nicht mehr verständigt werden. "


Geschrieben von MarsStein am 05.09.2018 um 18:40:
 
Hallo,

Zitat von Palin:
Wenn Microsoft jetzt wider selber Zugang zu den Servern hat, können die US-Behörden sie dazu zwingen dort gespeicherte Daten herauszugeben.

Es geht nicht um den Zugang, sondern ob die Server von Microsoft betrieben werden.
Der CLOUD Act kann also nur greifen, wenn Microsoft (oder ein anderes amerikanisches Unternehmen) in Zukunft wieder selbst der Betreiber der Server ist.
Ob das juristisch einen Unterschied macht, ob Microsoft USA oder Microsoft Deutschland (oder eine anderen europäischen Niederlassung) die Server betreibt, kann ich nicht sagen - bin halt kein Jurist, und habe auch nicht wirklich Lust, mich in der Materie schlau zu machen.
Ich halte es generell schon für möglich, aber nicht für zwingend, dass dann ggf. eine Herausgabe von den Amerikanern erzwungen werden kann.
Aber tja, so ist das eben, wenn man in die Cloud geht. Dann muss man zumindest mit so etwas rechnen.

Gruß, MarsStein


Geschrieben von Palin am 05.09.2018 um 21:33:
 
Das nur die Telekom zugriff auf die Daten hat, war wenn ich es richtig im Kopf habe, ein Argument wie so Microsoft die Daten nicht ausgeben kann. (Siehe oben).

Und wenn ich das dann auch noch zusammen bekomme. Hatte Microsoft wegen der Verhandlung in den USA überlegt in den Ländern wirklich eigenständige Unternehmen zu Gründen (was dann aktuell wohl nicht so ist). So das die Unternehmen der Lokalen Rechtsprechung unterworfen sind.

(Hab ich aber auf die schnelle auf google nichts gefunden und aus dem Kopf geantwortet).


Geschrieben von Abt am 10.09.2018 um 14:20:
 
Zitat von Palin:
So das die Unternehmen der Lokalen Rechtsprechung unterworfen sind.

Ich glaube nicht, dass diese Aussage so stimmt. Das würde rechtlich nicht funktionieren: die US Gesetze schließen leider ausländischer Töchterunternehmen mit ein.

Daher hat Microsoft bewusst in vielen Ländern die Treuhänder-Variante genommen.
Aber weder Microsoft noch die Telekom hat den Zugriff auf die Daten. Das lässt die Plattform roh gar nicht zu, ausser man ändert den Code.

Treuhänder heisst, dass die Systeme von Microsoft gestellt werden, aber jeglicher administrativer Zugriff über die Telekom erfolgt - und in Telekom Gebäuden betrieben werden.
Alle Microsoft Admin-Aktionen basieren mindestens auf einem 4-Augen-Prinzip.
Im Falle der Deutschland Cloud müsste ein Azure Mitarbeiter für administrative Zwecke bei der Telekom nach einem temporären Adminzugriff anfragen und ein Mitarbeiter der Telekom die Aktionen überwachen.
Es ist aber nicht so, dass da jetzt ein Telekom-Admin schraubt statt ein Microsoft Mitarbeiter. Aber es ist nie ohne einen Telekom-Mitarbeiter der Zugriff möglich.

Übrigens ist jede Admin-Aktion bei Microsoft so. Kein Admin - anders als in den normalen deutschen Unternehmen, auch DAX - kann alleine auf ein System zugreifen oder nicht-protokolliert Änderungen vornehmen.

Zitat von MarsStein:
Es geht nicht um den Zugang, sondern ob die Server von Microsoft betrieben werden.

Beim Gesetz ja. Ich hab aber viel Feedback gesammelt, dass zumindest meinen Kunden die Sache mit dem deutschen Grund wichtiger ist als die Sache mit deutschem Unternehmen.
Hab auch mehrfach die Aussage gehört: wenn der Geheimdienst die Daten will, dann bekommt er sie - egal ob Microsoft mitmacht oder nicht.
Und ein Geheimdienst ist jetzt nicht gerade dafür bekannt, dass sie denjenigen Fragen, bevor sie auf gewisse Dinge zugreifen.

Den meisten Unternehmen, die ich die letzten Jahre kennengelernt oder mit ihnen zusammen gearbeitet habe, ging es vor allem ums Gefühl und weniger die Sache.
Die Firmen (bei denen ich bin) sind ohnehin i.d.R. Global unterwegs - und andere Länder haben auch Gesetze.

Eine Aussage wie

Zitat von MarsStein:
Aber tja, so ist das eben, wenn man in die Cloud geht. Dann muss man zumindest mit so etwas rechnen.

empfinde ich darüber hinaus höchst unseriös. Stammtisch-Gerede.
Das ist leider typisch Deutsch und sehe ich auch immer nur in DE: Hauptsache den Leuten Angst machen statt sie sauber aufzuklären!
Eine absolut unseriöse Aussage, die schmerzlich und völlig falsch beinhaltet, dass die Cloud pauschal unsicherer ist. Absolut fahrlässig!

Und dann wundern sich manche noch....


Geschrieben von MarsStein am 10.09.2018 um 16:01:
 
Hallo Abt,

Zitat von Abt:
Eine Aussage wie

Zitat von MarsStein:
Aber tja, so ist das eben, wenn man in die Cloud geht. Dann muss man zumindest mit so etwas rechnen.

empfinde ich darüber hinaus höchst unseriös. Stammtisch-Gerede.
Das ist leider typisch Deutsch und sehe ich auch immer nur in DE: Hauptsache den Leuten Angst machen statt sie sauber aufzuklären!
Eine absolut unseriöse Aussage, die schmerzlich und völlig falsch beinhaltet, dass die Cloud pauschal unsicherer ist. Absolut fahrlässig!

Da hast Du meinen Satz aber gründlich aus dem Kontext gerissen. Direkt im Satz vorher hatte ich auch geschrieben:

Zitat von MarsStein:
Ich halte es generell schon für möglich, aber nicht für zwingend, dass dann ggf. eine Herausgabe von den Amerikanern erzwungen werden kann.

Eine Aussage, dass die Cloud pauschal unsicher sei, kann ich in diesem Kontext nicht erkennen, und war auch nicht beabsichtigt.

Ich habe auch überhaupt nix dagegen, wenn sich Firmen in der Cloud austoben und dort die (zugegeben hervorragenden) Rechenpower- und Skalierungsmöglichkeiten nutzen.
Ich habe nur etwas gegen den allgemeinen Trend, dass man als als Endnutzer mehr und mehr förmlich dazu gedrängt wird, persönliche Daten in der Cloud abzulegen oder durch Anbieter ablegen zu lassen.

Gruß, MarsStein


Geschrieben von MarsStein am 30.08.2019 um 11:29:
 
Hallo zusammen,

es gibt einen neuen Anlauf, wenn auch unter etwas anderer Prämisse:

 https://t3n.de/news/neuauflage-deutschen-cloud-neue-1192412/

Gruß, MarsStein


Geschrieben von Abt am 20.09.2019 um 15:19:
 
Die Public Cloud Germany hat wenigstens eine Zukunft :-)
Klappt super!


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