Ganz ehrlich gesagt wird mir bei einigen Antworten, die ich hier jetzt gelesen habe schlecht. Ich hab jetzt keinen Bock irgendwelche Zitate rauszusuchen und damit Einzelne runter zu machen, aber Einiges geht in die Richtung zu begründen, warum Menschen, die in irgendeiner Form einen Gottesglauben haben ja schon mal prinzipiell mehr oder weniger behämmert sein müssen, weil sie es ja nicht einsehen, dass das ja gar nicht sein kann.
Das nennt man dann Religionsfreiheit? Na ich weiß ja nicht. Meiner Meinung nach ist das nur wenig besser als das, was die Kirche im Mittelalter im Mittelalter verbrochen hat. Bei der Diskussion ob eine atheistische Buskampagne jetzt gerechtfertigt ist gleich den Sinn der Kirche infrage zu stellen und deren Anhänger teilweise hämisch zu denunzieren, das muss einfach nicht sein.
Ich persönlich finde die Kampagne, naja, auf der einen Seite irgendwo überflüssig, weil ich einfach nicht das Problem sehe, dass man als Atheist in Deutschland auf irgendeine Art von Unverständnis stößt, dafür gibt es in Deutschland einfach zu viele Atheisten, als das da eine Ablehnung noch irgendwie tragbar wäre. Auf der anderen Seite ist es halt einfach eine Missionierungskampagne, nur eben mal für "die andere Seite" (korrekterweise müsste man eigentlich sagen für eine andere Seite). Mich persönlich freut es jetzt nicht unbedingt, wenn ich eine weltanschauliche Sicht auf einem Bus sehe, mit der ich mich nicht idendifizieren kann.
Aber das ist wieder so eine Sache, wie man das sieht. In England war die Kampagne wie ich das verstanden hab so gemeint, dass sie sich zum Ziel gesetzt hat eine öffentliche Debatte auszulösen, um eine öffentliche Akzeptanz des Atheismus zu erreichen und irgendwo einen Gegenpol zu religiös motivierter Werbung zu schaffen. In Deutschland verfehlt das meiner Meinung nach einfach das Ziel, wie gesagt, ich meine Atheismus ist hier einfach allgemein akzeptiert und einen Gegenpol zu religiös motivierter Werbung muss man hier auch nicht schaffen, weil es nicht wirklich welche gibt. Die einzige Werbung der Kirche, die ich in letzter Zeit gesehen hab war für "Brot für die Welt", aber das ist keine weltanschauliche Werbung. Ich meine, wenn sie wollen und Leute finden, die das finanzieren (die scheint es ja zu geben), dann sollen sie es halt tun. Bis zu einem gewissen Grad ist das OK.
Es ist halt irgendwo die Frage, inwieweit Religionsfreiheit es zulässt sich in die Religionsfreiheit anderer einzumischen. Gar nicht ist da zu weit gegriffen, weil das würde eine Tabuisierung von Religion bedeuten und das ist nicht der Sinn der Sache. Es gibt Grenzen, aber die sind für mich bei irgendwelcher Buswerbung noch nicht erreicht. Wenn mich dagegen irgendein Zeuge Jehovas anquatscht oder Hausbesuche macht, dann ist die Grenze dagegen schon leicht überschritten.