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Steigende Gewalt in Deutschland?!
Lecrell
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Steigende Gewalt in Deutschland?!

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Moin Community,

meint ihr nicht auch, das in letzter Zeit die Berichte über Gewalt in Deutschland stark zunehmen? Immer öfter hört man davon, dass unschuldige Menschen verprügelt, wehrlose Kinder und junge Leute vergewaltigt und andere einfach niedergestochen oder anderweitig verletzt werden.
Und trotz dieser unmenschlichen Straftaten kommen die Täter meist mit lächerlichen Strafen davon. Kann es denn die Lösung der Probleme sein, wenn sich Täter nicht vor den Strafen fürchten müssen?

Mich würde eure Meinung zu diesem Thema interessieren.

mfg,
Lec
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Khalid
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Hi,

wenn ich ganz ehrlich bin: War eigentlich schon immer so, nur das durch die neuen Medien (Internet, Blogs, Twitter und Co.) sich solch Meldungen wesentlich schneller verbreiten und deswegen in den öffentlichen Medien davon mehr berichtet wird.

Dazu muss man sich nur die Statistiken des Bundeskriminalamtes anschauen. An sich sinken seit Jahren die Zahlen der Straftaten. Zwar nicht erheblich, aber sie sinken.
"Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische." (Karl Valentin)
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Lecrell
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Moin Khalid,

sicherlich ist es so, dass solche Straftaten durch die Medien schnell verbreitet und evtl. sogar aufgepusht werden. Dennoch finde ich es schlimm in welchem Maße die Hemmschwelle gesunken ist auch unbeteiligte zu verletzen oder Leute die einfach nur helfen wollen.

mfg,
Lec
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michlG
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Hallo,

hm also meiner Meinung ist die Gewaltbereitsschaft nicht unbedingt angestiegen aber die Jugendlichen werden immer brutaler.
Und zusätzlich wird das ganze noch wie schon von Khalid gesagt gepusht.

Bei uns in Italien gibts zwar auch solche Fälle aber da wird meistens alles vertuscht damit nicht zu viele was davon mitkriegen.
Meiner Meinung ist das auch gut so, weil wenn diese Verrückten sowas im Fernsehen sehen dann spornt das eher zu Gewalt an anstatt abzuschrecken.

Die Strafen sind bei uns schon strenger aber meiner Meinung auch viel zu gering.
Hier wird man mehr bestraft wenn man mit 200 in der 130er Zone fährt als wenn man jemanden ins Krankenhaus verprügelt!

Gruss
Michael
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Lynix
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Naja es wird ja dem typischerweise ungebildeten, arbeitslosen Hartz IV-Empfänger täglich im Fernsehen vorgespielt, dass es "cool" ist mir ner Pumpgun durch die Gegend zu rennen und Leute wegzupusten. Warum sollte man sich also wundern, wenn einige - sagen wir mal diplomatisch - "leicht zu beeinflussende" Leute das dann auch so pflegen...
"It is not wise to be wise" - Sun Tzu
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Gelöschter Benutzer

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in den letzten jahren haben sich problemviertel gebildet, bzw sind deutlich gewachsen. steigende arbeitslosigkeit hat das problem noch weiter verschärft. zusätzlich ist die informationsrate und der sensationismus deutlich gestiegen.

ich denke jetzt habe ich alle faktoren abgedeckt.
Zitat
sagen wir mal diplomatisch - "leicht zu beeinflussende"

-> "bildungsfern" ;-)
Zitat
Empfänger täglich im Fernsehen vorgespielt, dass es "cool" ist mir ner Pumpgun durch die Gegend zu rennen und Leute wegzupusten.

sehr strittig. dem widerspreche ich. immerhin renne ich fast schon seit über 20 jahren regelmäßig selbst mit einer waffe rum und puste virtuelles leben aus.... und da bin ich nciht der einzige. dennoch kann ich nciht behaupten, das irgendeiner meiner bekanntschaften (die das genauso handhaben) irgendwelche strafrechtlich verfolgbaren absichten hegt.

bei filmen dürfte sich das genauso verhalten.
Lecrell
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Zitat von "Jack30lena"
immerhin renne ich fast schon seit über 20 jahren regelmäßig selbst mit einer waffe rum und puste virtuelles leben aus.... und da bin ich nciht der einzige. dennoch kann ich nciht behaupten, das irgendeiner meiner bekanntschaften (die das genauso handhaben) irgendwelche strafrechtlich verfolgbaren absichten hegt.

Dann gehörts du wohl nicht zu den "leicht zu beeinflussbaren" ;-)

Wobei ich zum Thema Gewalt in Spielen und Filmen ganz klar sagen muss, wer sich von sowas beinflussen lässt wäre über kurz oder lang auch ohne soetwas ausgetickt. Wer "Killerspielen" oder ähnlichem die Schuld zuschieben will sucht einfach nur ein Opfer, damit er keine andere Lösung suchen muss...

mfg,
Lec
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herbivore
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Hallo zusammen, hallo Lecrell,

bevor wir darüber streiten, was die Ursachen für die gestiegene Gewalt sind, sollten wir wirklich, wie von Khalid angerissen, ermitteln, ob die Gewalt tatsächlich gestiegen ist oder einfach nur stärker in die Wahrnehmung gerutscht ist.

Ich z.B. bin als Jugendlicher mal in der U-Bahn mit Skinheads aneinander geraten und auch in der Schule war es nicht immer lustig, aber seitdem ist Ruhe. Nach meiner persönliche Lebenserfahrung ist die Gewalt also deutlich gesunken.

Mir ist klar, dass das als Einzelfall keine Aussage hat und dass man als männlicher Jugendlicher ohnehin zu der Gruppe mit dem höchsten Risiko zählt. Ich wollte nur sagen, dass es keineswegs sicher ist, dass die Gewalt zugenommen hat.

Die Berliner Verkehrsbetriebe beschäftigt das Wachpersonal auch überwiegend, um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu erhöhen. Die tatsächliche Sicherheit ist nämlich deutlich höher als das Sicherheitsgefühl.

Das nur mal so als Gedanken.

herbivore
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Floste
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Zitat
Zitat
sagen wir mal diplomatisch - "leicht zu beeinflussende"

-> "bildungsfern" ;-)
Statistisch mag es ja in der Richtung eine Tendenz geben, aber das würde ich auf keinen Fall gleichsetzen.
Projekte:Jade, HttpSaver
Zum Rechtschreiben gibts doch schon die Politiker. Aber die bauen auch nur mist!
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talla
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Hallo,
Zitat von Lynix
ungebildeten, arbeitslosen Hartz IV-Empfänger
Solche gibts sicherlich, aber ich würde auf keinen Fall zustimmen das es typisch ist. Bin selber kurz vorm Abschluss meines Studiums und kenne ne Menge Studenten die auch den Abschluss in der Tasche haben und sofort Hartz 4 Empfänger werden, weil sie keine Anstellung finden, da die Firmen momentan noch sehr zurückhaltend sind bei Neueinstellungen. Ungebildet sind die aber sicherlich nicht.
Zitat von JAck30lena
steigende arbeitslosigkeit hat das problem noch weiter verschärft
Soziale Probleme pauschal auf Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist falsch im meinen Augen. Erstens hat Deutschland in den letzten Jahren Fortschritte beim Abbau der Arbeitslosigkeit gemacht. Selbst jetzt wo das Ende der Wirtschaftskrise wohl greifbar ist, ist die Arbeitslosigkeit lange nicht so stark gestiegen wie befürchtet und ist immer noch auf einem Niveau ähnlich dem Mitte der 90er Jahre. Die letzte Regierung hat da gute Arbeit geleistet und ohne die Krise würds jetzt noch besser aussehen. Aber auch der aktuellen Regierung trau ich zu langfristig für mehr Beschäftigung sorgen zu können.

Im Prinzip ist es doch sogar so, dass Arbeitslosigkeit bei uns eine Begleiterscheinung einer sozialen Wohlstandsgesellschaft ist. Die Wirtschaft kann verzichten auf Arbeitnehmer und potentielle Arbeitnehmer erhalten Unterstützung durch den Staat und müssen daher nicht Arbeiten. Mal als ganz extremes Gegenbeispiel: in einer Selbstversorgungsgesellschaft, gibts auch keine Arbeitslosigkeit.

Deshalb wird es in Deutschland immer Arbeitslosigkeit geben. Auf welchen Stand die Quote sein sollte, ist ne ganz andere Frage. Vollbeschäftigung kann es in einer freien Marktwirtschaft aber nicht geben.

Aber das eigentliche Thema an sich "Steigende Gewalt" lässt sich gar nicht so leicht beantworten. Einerseits spielen die Medien natürlich eine Rolle. Mit heutigen Möglichkeiten wird den Leuten viel früher Zugang Material verschafft die sie früher nicht gehabt haben. Grad im Internet findet man Material zu allem und ob der User dabei 30 oder 10 ist wird ja nirgends überwacht. Auch ist es so das man Informationen von überall findet. Jedes kleine Vorkommis in irgend einem Provinzkaff wird bekannt. Das war früher nicht der Fall. Dort gabs vielleicht lokale Berichterstattungen aber wirklich weit bekannt über deutschlandweite Zeitungen oder Fernsehen, wurden nur sehr extreme Fälle. Deshalb würde die Gewalt in unserer heutigen Informationsgesellschaft mehr wirken als sie es früher getan hat. Alle würden sagen, ja klar steigende Gewalt, man bekommt ja viel mehr mit. Selbst dann wenn es absolut gesehen keine Veränderung geben würde.

In meinem Augen ist ein großes Problem die Anonymität in dieser Gesellschaft. Mir kommt es fast so vor als wenn Leute einige Leuten nicht klar ist, das sie in der realen Welt nicht anonym sind und für ihre Taten gerade stehen müssen. Dadurch sinkt die Hemmschwelle weil man sich nicht verantwortlich fühlt. Das die Täter irgendwelcher Straftaten in den allermeisten Fällen natürlich doch gefasst und bestraft werden - so weit denken einige nicht.

Meiner Meinung nach muss schon in jungen Jahren das Bewusstsein der Kinder über ihre Stellung in der Gesellschaft und über die Auswirkungen ihrer Taten mehr in den Fokus rücken und gefördert werden.

Selbst bei uns in der Hochschule gibts eine spezielle Vorlesung zu den Verantwortungen die ein Ingenieur hat. Welche Auswirkungen seine Taten haben, sowohl was das Miteinander in der Firma mit den Kollegen angeht, aber auch mit Kunden. Oder auch was gewissenhafte Arbeit angeht. Ein Ingenieur der ein schlechtes Produkt entwickelt und auf den Markt bringt, gefährdet unter Umständen andere Menschen, vom Ruf seiner Firma mal ganz zu schweigen.

Es geht einfach darum zu erkennen was die eigenen Handlungen bewirken. Und wenn man schon früh lernt was die eigenen Handlungen für Konsequenzen mit sich bringen, dann steigt auch die Hemmschwelle was unüberlegtes zu tun. Das ist in meinen Augen ein Punkt wo man ansetzen könnte.
Baka wa shinanakya naoranai.

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Lecrell
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Zitat von "herbivore"
...und dass man als männlicher Jugendlicher ohnehin zu der Gruppe mit dem höchsten Risiko zählt

Wenn man die Gewalt allgemein betrachtet, würde ich das nicht so sehen.
Zitat von "herbivore"
Die tatsächliche Sicherheit ist nämlich deutlich höher als das Sicherheitsgefühl.

Sicherlich leidet das Sicherheitsgefühl durch die momentan Medienpräsenz von Gewalttaten, aber die tatsächliche Sicherheit ist doch auch mehr als fragwürdig. Was hilft einem alten Mann ein Sicherheitstyp, wenn er von 3-4 oder mehr jungen "Menschen" verprügelt wird. Oder was würde ihm Videoüberwachung nützen. Klar werden die Täter schneller gefasst, aber in dem moment Hilft ihm das auch nicht...

Lec
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Gelöschter Benutzer

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Zitat
Soziale Probleme pauschal auf Arbeitslosigkeit zurückzuführen ist falsch im meinen Augen.

hab ich doch garnicht. ich habe nur geschrieben, das es das problem verschärft hat und nciht verursacht.

es ist allgemein bekannt, das höhere arbeitslosigkeit zu größeren problemzonen führt. und das in diesen problemzonen eine hohe krimilatiätsrate zu verzeichnen ist. die kriminalitätsrate wiederrum hat auswirkungen auf die häufigkeit von gewaltverbrechen....
Zitat
Mal als ganz extremes Gegenbeispiel: in einer Selbstversorgungsgesellschaft, gibts auch keine Arbeitslosigkeit.

ukraine z.b. hat kein sozialnetz. wenn dort wer nicht irgendwo geld auftreibt, dann verhungert er. dennoch gibt es auch dort arbeitslose. die versuchen dann eben illegale beschäftigung zu finden. arbeitslos sind sie aber dennoch. arbeitslos bedeutet per definition(von arbeitsamt in deutschland), das man keine sozialversicherungspflichtige beschäftigung hat.
Zitat
Arbeitslose
Arbeitslose sind Arbeitsuchende bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres, die beschäftigungslos, nicht Schüler, Studenten oder Teilnehmer an beruflichen Bildungsmaßnahmen, nicht arbeitsunfähig erkrankt, nicht Empfänger von Altersrente sind und eine versicherungspflichtige, mindestens 15 Stunden wöchentlich umfassende Beschäftigung suchen. Sie müssen für eine Arbeitsaufnahme sofort zur Verfügung stehen. Arbeitslose müssen sich persönlich bei ihrem zuständigen Arbeitsamt gemeldet haben.

-> quelle
Lecrell
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Zitat von "talla"
Es geht einfach darum zu erkennen was die eigenen Handlungen bewirken. Und wenn man schon früh lernt was die eigenen Handlungen für Konsequenzen mit sich bringen, dann steigt auch die Hemmschwelle was unüberlegtes zu tun. Das ist in meinen Augen ein Punkt wo man ansetzen könnte.

Halte ich grundsätzlich für eine gute Idee, aber wo/wann will man das den Leuten beibringen? In Hochschulen, die sicherlich ein vergleichsweise kleiner Prozentsatz der Gewalttäter jemals von innen sieht? Allgemein in Schulen, wo beispielsweise Kumpels nebendran sitzen die genauso schlimm sind... da heißts dann nur "...is mir doch egal..." oder ähnliches? In Kindergärten, wo die Kinder wahrscheinlich nur teilweise begreifen was ihnen eigntl erzählt wird?

Meiner Meinung nach liegt die Pflicht hier bei den Eltern, aber dass das auch nur teilweise funktioniert sieht man ja. Und was soll man machen, wenn die Eltern genauso schlimm sind oder es ihnen egal ist...

Lec




edit:
Zitat von "herbivore"
bevor wir darüber streiten, was die Ursachen für die gestiegene Gewalt sind, sollten wir wirklich, wie von Khalid angerissen, ermitteln, ob die Gewalt tatsächlich gestiegen ist oder einfach nur stärker in die Wahrnehmung gerutscht ist.

Es kann natürlich sein, das ich durch mein wachsendes Alter solche Beiträge nun stärker registriere, aber dennoch bin ich der Meinung das die Gewalt(-bereitschaft) stark angestiegen ist. Auch wenn ich das momentan eben nur durch die stärkere Verbreitung der Gewalt in den Medien belege.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Lecrell am .
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der-schlingel
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Also mir ist nicht aufgefallen, dass die Gewalt mehr wurde. Insbesondere, wenn ich mich mit meinem Opa unterhalte der ein ziemlicher Schläger war, scheint es so als hätte die Gewaltbereitschaft abgenommen.

Der Unterschied ist wohl die Brutalität. Gewalt passiert in meiner Wahrnehmung, auch wenn öfters darüber berichtet wird, nicht öfters als früher, dafür sind die Handlungen viel krasser.
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talla
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Zitat von Lecrell
...Allgemein in Schulen, wo beispielsweise Kumpels nebendran sitzen die genauso schlimm sind... da heißts dann nur "...is mir doch egal..." oder ähnliches? In Kindergärten, wo die Kinder wahrscheinlich nur teilweise begreifen was ihnen eigntl erzählt wird?
Doch, gerade dort. Schon kleine Kinder im Kindergarten wissen was Schmerzen sind, weil sie sich entweder selber beim spielen verletzen weil sie mal hinfallen oder sowas, oder weil sie sich dort schon mieinander raufen. Was körperliche Gewalt angeht, kann man sie schon dort sensibilisieren, weil jeder ungern Schmerzen hat. Was psychische Gewalt angeht, geb ich dir Recht, das so kleine Kinder das noch nicht verarbeiten können - wir alle wissen ja das Kinder sehr gemein sein können, aber das teilweise, ohne das sie es wissen.
Zitat
Meiner Meinung nach liegt die Pflicht hier bei den Eltern, aber dass das auch nur teilweise funktioniert sieht man ja.
Das die Eltern für den Großteil der Erziehung zuständig ist, denke ich nicht. Das die Eltern in den Anfangsjahren die richtigen Werte vermitteln müssen ist natürlich unerlässlich. Aber im Kindergartenalter und dann erst recht zur Schulzeit haben sie mehr Umgang mit vielen anderen Menschen als mit den eigenen Eltern und da beeinflussen sich dann gegenseitig die Leute in der Interaktion miteinander. Im Idealfall erkennt das Kind wenn im Elternhaus irgendwelche Werte vermittelt wurden, die gegen die allgemeine Gesellschaftsordnung gehen.
Zitat
Und was soll man machen, wenn die Eltern genauso schlimm sind oder es ihnen egal ist...
Genau die falsche Einstellung. Wenn man immer sagt "Die Eltern sind schon schlimm, dann kann aus den Kindern ja gar nichts werden" kommt man nirgendwo hin. Dann muss in Zukunft ja alles schlecht werden, weil das ein Teufelskreis ist, aus dem man nicht mehr herauskommen könnte. Das ist in der Realität zum Glück aber nicht so. Es kommt doch auch so vor das Kindern gegen Werte ihres Elternhauses rebellieren weil sie durch Freunde irgendwas anderes wahrgenommen haben. Und genau das gleiche funktioniert auch im positiven Sinne. Klar kann man das auch ins negative drehen und sagen das man durch den falschen Freundeskreis heruntergezogen werden kann. Nur irgendwann muss man anfangen und man darf nicht immer davon ausgehen das jeder Umgang mit anderen Leuten potentiell gefährlich ist.

@Jack30lena
Hatte ich in dem Moment wohl falsch verstanden. Dachte du siehst es als ursächlichen Grund an. Aber das Ukraine Beispiel passt net. Das ist keine Gesellschaft in der sich alle Leute selbst versorgen müssen. Selbstversorgungsgesellschaften sind eher sowas wie Nomaden in der Wüste, alte Ackerbaugesellschaften usw.
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Lecrell
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Mahlzeit zusammen,
Zitat von "talla"
Das die Eltern für den Großteil der Erziehung zuständig ist, denke ich nicht.

Hab ich nicht gesagt. Es ging hier darum, dass die Eltern dafür verantwortlich sind mit der "Sensibilisierung" zu beginnen.

Zitat von "talle"
Im Idealfall erkennt das Kind wenn im Elternhaus irgendwelche Werte vermittelt wurden, die gegen die allgemeine Gesellschaftsordnung gehen.

Wenn dieser Idealfall überhaupt eintritt...wie erwachsen muss ein Kind sein bis es sich gegen die "Werte" der Eltern stellt? Hier fehlt einfach eine unterstützende Rolle für diesen Zeitraum, die sicherlich durch Kindergarten und Schule teilweise abgedeckt werden könnte. Aber reicht das?
Zitat von "talla"
"Die Eltern sind schon schlimm, dann kann aus den Kindern ja gar nichts werden"

Auch das hab ich nicht gesagt. Gemeint war hier, dass es schwerer wird Kinder auf die "richtige Bahn" zu bringen die schon von Kindesbeinen an falsche oder keine Werte vermittelt bekommen. Und wenn keine Werte vermittelt werden, sind die Kinder in einer gefährdeten Phase, da sie sich die Werte von irgendwo anders suchen. Hier sehe ich einen weiteren Punkt, an dem man ansetzen könnte. Sicherlich auch außerhalb von Schule und Kindergarten.
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Lecrell am .
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Daniel83
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Also ich denke nicht, dass es heute mehr Gewalt gibt als früher, sondern nur der Teil schwerer Gewalt ist deutlich gestiegen. Früher hatten selbst Strassenschläger noch respekt vor ein ander. Hat einer "aufgegeben" oder kam nicht mehr vom Boden hoch, dann wurde aufgehört. Heute fängt man dann erst richtig an.
Das den Jugendlichen die Koinsequenzen ihres Handelns nicht bewusst sind, kann ich nicht bestätigen. Ich fahre mit öffentlichen verkehrsmitteln zur Arbeit und fahre dabei an einem "sozialen Brennpunkt" oder zumindest an der dazu gehörigen schule vorbei. Dort sind immer wieder Kinder in der Bahn, die sehr klar haben, dass sie mit 14 kürzertretten müssen, weil ab dann nicht mehr der Polizist sagt "Du du du..." und es nihct mit einem erhobenen Zeigefinger getan ist. Ob diese Jugendlichen dann den absprung aus der Gewalt schaffen ist fraglich, aber sie nehmen es sich zumindest vor. Ich denke aber auch, dass die Jugendstrafen dann keine ausreichende Abschreckung darstellen.
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Lecrell
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Moin zusammen,
auch wenn die Diskussion etwas stockender vorangeht als ich mir gedacht/gewünscht hab...
Wenn jmd. interesse hat, gibt es hier ein 'neues' Forum, das sich mit solchen und ähnlichen Themen beschäftigt.

Schaut es euch einfach mal an. Über konstruktive Kritik, Tipps zur Erweiterung und ähnliches würde ich mich freuen (, da das Forum zufälligerweise von mir ist ;-) ). Danke.

mfg,
Lec
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MrSparkle
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Zitat von Lecrell
meint ihr nicht auch, das in letzter Zeit die Berichte über Gewalt in Deutschland stark zunehmen?

Geht es dir um die Gewalt oder die Berichte darüber?
Zitat von Lecrell
Immer öfter hört man davon, dass unschuldige Menschen verprügelt, wehrlose Kinder und junge Leute vergewaltigt und andere einfach niedergestochen oder anderweitig verletzt werden.

Vor drei, vier Jahren hat man jeden Tag davon gehört, wie Kampfhunde wehrlose Fußgänger oder sogar Kinder angefallen haben. Dann kam BSE, die Vogelgrippe, die Schweinegrippe usw. usf. Ist dir das Phänomen der selektiven Wahrnehmung bekannt?
Zitat von Lecrell
Und trotz dieser unmenschlichen Straftaten kommen die Täter meist mit lächerlichen Strafen davon.

Welche Strafen für welche "unmenschliche Straftaten" meinst du konkret?
Zitat von Lecrell
Kann es denn die Lösung der Probleme sein, wenn sich Täter nicht vor den Strafen fürchten müssen?

Das geht mir ehrlich gesagt zu weit in Richtung Populismus. Was willst du mit dieser rhetorischen Frage ausdrücken? Worum geht es dir eigentlich, außer um die unbestimmte Angst, Opfer einer Straftat zu werden. Und warum wendest du dich damit ausgerechnet an uns?

Christian
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Hallo MrSparkle,
Zitat
Welche Strafen für welche "unmenschliche Straftaten" meinst du konkret?
naja, die Strafen im Jugendstrafrecht sind oft schon ziemlich mild. Selbst für Mord gibt es maximal 10 Jahre.

Aber unabhängig davon: Wenn Personen z.B. so zusammengeschlagen werden, dass sie an den Folgen ihr Leben lang stark leiden, dann geht es mir auch so, dass mir so ziemlich jede Strafe, die dem Täter nicht mindestens das gleiche zufügt, emotional gesehen als zu mild vorkommt ... auch wenn mir rein rational klar ist, dass ein Strafsystem Auge um Auge moralisch genauso verwerflich wäre wie solche Taten. Ist halt schwierig.
Zitat
Und warum wendest du dich damit ausgerechnet an uns?
Die Diskussion steht in Smalltalk und ist gut angenommen worden. Also ist nichts dagegen zu sagen.

Außerdem hat Lecrell ja extra ein Forum eingerichtet. Wer sich also über diesen Thread hinaus für das Thema interessiert, kann sich dort umtun (man muss sich wohl allerdings registrieren, um mehr als die beiden Start-Beiträge zu sehen).

herbivore
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MrSparkle
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Ja, das mittelalterliche System der "Spiegelstrafen" hatte schon was für sich :)
Dieben wurde die Hand abgehackt und Straßenräuber wurden gerädert.

Aber wir haben nunmal ein anderes Strafsystem, und dazu gehört auch, daß man Kinder und Jugendliche nicht lebenslänglich einsperren kann, und daß man davon ausgeht, den Täter zu resozialisieren zu können.

Meine Befürchtung ist einfach, daß diese Art von unkonkreten, pauschalisierten Bemerkungen schnell in das Niveau "Todesstrafe für Kinderschänder" abgleitet.

Christian
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herbivore
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Hallo MrSparkle,

deine Befürchtung ist durch den bisherigen Verlauf des Threads in keiner Weise begründet. Und das entspräche auch allgemein nicht dem Stil, in dem Diskussionen auf myCSharp.de verlaufen.

herbivore
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Moin MrSparkle,
Zitat
Geht es dir um die Gewalt oder die Berichte darüber?

Kann zwar den Sinn der Frage nicht wirklich nachvollziehen, aber es geht mir um die meiner Meinung nach zunehmende Gewalt und nur sekundär um die zunehmenden Berichte. Ob hier die Berichte gerade wegen den zunehmenden Gewalttaten zunehmen oder weil die Medien solche Berichte pushen, kann ich dir aus Mangel an Statistiken leider nicht sagen. Hatten wir aber glaube ich oben schon irgendwo angesprochen...
Zitat
Vor drei, vier Jahren hat man jeden Tag davon gehört, wie Kampfhunde wehrlose Fußgänger oder sogar Kinder angefallen haben. Dann kam BSE, die Vogelgrippe, die Schweinegrippe usw. usf. Ist dir das Phänomen der selektiven Wahrnehmung bekannt?

Jo, sagt mir was. Gesteigerte Wahrnehmung bestimmter Themen mit denen man sich beschäftigt, um Informationsmassen einzuschränken und zu filtern oder sowas die Richtung. Korrigier mich bitte sollte ich falsch liegen. Auch hier habe ich weiter oben schon gemeint, dass das nicht ausgeschlossen ist. Ist aber trotzdem kein Grund sich nicht damit zu beschäftigen...
Zitat
Welche Strafen für welche "unmenschliche Straftaten" meinst du konkret?

Vorerst ging es mir allgemein um Strafen für Gewaltverbrechen und die Verhältnismäßigkeit gegenüber anderen Straftaten, die nichts mit Gewalt zu tun haben. Kann dir hier aber gerne bei Gelegenheit einige Beispiele raussuchen.
Zitat
Das geht mir ehrlich gesagt zu weit in Richtung Populismus. Was willst du mit dieser rhetorischen Frage ausdrücken? Worum geht es dir eigentlich, außer um die unbestimmte Angst, Opfer einer Straftat zu werden.

Die Aussage sollte eigntl. nur den Teil mit den lächerlichen Strafen verstärken und gleich als Einstieg in die Diskussion dienen.
Zitat
Und warum wendest du dich damit ausgerechnet an uns?

Die Frage ist warum sollte ich mich nicht an euch wenden? Ist das nicht ein wichtiges Thema das jeden betrifft?

mfg,
Lec

edit:
Zitat
(man muss sich wohl allerdings registrieren, um mehr als die beiden Start-Beiträge zu sehen).

Kann ich gerne bei Gelgenheit umstellen...
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Lecrell am .
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Jack Sun
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Hallo community,

Ich bin der Ansicht, dass man von einem quantitaven Anstieg der Gewalt nicht sprechen kann. Zwar sollte man keiner Statistik trauen, die man nciht selbst gefällscht hat, doch die Kriminalitätsstatistik des Statistischen Bundesamtes kann man als Grundlage nehmen. Das Problem ist der Qualitative Anstieg der Gewalt. zu meiner (Schul-)Zeit war es so, das nur selten geprügelt wurde. Wenn einer am Boden war, wurde aufgehört oder man ging selbst auf die Knie um auf gleicher höhe zu sein. Wenn ich von meiner Schwester höre, das an unserer alten Grundschule es zu Messerstechereien unter den Schülern gekommen ist, da bin ich einfach nur entsetzt.

Die Gründe dafür werden von den verschiedenen Leuten verschieden dargestellt. Populär sind die "Killerspiele" und "gewaltverheerlichende Medien". Das es aber meistens einen Fehler bei den für die Erziehung zuständigen Organen (Eltern, Schule u.ä.) gab oder zumindestens geben könnte, wird nie erwähnt. Ich bin der Meinung, das wenn jeder einzelne sein Umfelt mit Respekt behandelt und aufmerksam genug ist, kann vieles Verhindert werden. Sei es das einem auffählt, wenn es jemandem seelisch dreckig geht, oder das man von seiner Umgebung als jemand wargenommen wird, dem man sich anvertrauen kann ohne befürchten zu müssen, das es peinliche Auswirkungen hat. Aber die Gleichgültigkeit unserer Gesellschaft lässt das leider nicht zu.

Das Thema Strafen wurde am Anfang erwähnt. Ich seh das so, dass hier dringend Reformen nötig sind. Aber ich kann mir nicht vorstellen, wie man die Strafen "Härter" machen soll. Nach den aktuellen Bestimmungen ist ein Gefängnissaufenthalt schon fast ein Urlaub und keine Abschreckung. Körperlich / psychisch schmerzhafte Bestrafungungen halte ich für Verachtenswert. Das einzige was mir sonnst so einfällt, ist das was mal Vorgeschlagen wurde: "Schicken wir unsere straffäligen Jugendlichen zum Holzhacken nach Sibirien". Nur würde ich sie für Arbeiten ranziehen, die mehr zum Wohle der Gemeinschaft beitragen, wie Reinigungsarbeiten oder derartiges. Andererseit würde sich dadurch die Arbeitslosigkeit erhöhen, da vorher bezahlte Arbeisplatzarbeit jetzt von unbezahlten Straftätern verrichtet wird.

Viel Text mit, wie ich hoffe, viel zum drüber nachdenken. Freue mich auf eure Reaktionen
und so stellt sich wieder einmal die Frage: Warum klappt das nicht gleich so gut?
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Jack_AI
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Ich finde es ist ein interessantes Phänomen. Zu sehen, wie das kollektive Empfinden in der Bevölkerung lautet "Straftaten steigen". War das nicht zu jeder Zeit so, dass irgendetwas die Menschen glauben gemacht hat, die momentane Zeit wäre besonders unsicher? Und die Lage verschärfe sich sogar noch? Sind es keine U-Bahn-Schläger, dann sind es islamistische Terroristen. Sind es keine Islamisten, ist es die RAF. Und ist es nicht die RAF, dann die Nationalsozialisten, etc. etc.. Ein Freund von mir auch, der meinte (und das hat er wie eine Tatsache betont): "Die Zeit in der wir leben, ist die gewalttätigste." - "Und was ist mit dem Mittelalter?", habe ich ihm entgegnet. Darauf hat er nichts geantwortet.

Es ist wohl nur menschlich, dass man annimmt, man lebe in Unsicherheit. Nur mal als Beispiel die Amokläufe an den Schulen. Ohne damit jetzt ein neues Thema aufmachen zu wollen, aber daran merkt man, wie weit die Wahrnehmung von der Realität entfernt sein kann. Kühl und rational betrachtet: Wie viele Schüler sterben jährlich bei einem Amoklauf in Deutschland? Bei aktueller Tendenz so um die 3 bis 4. Vergleiche mal dagegen, wie viele Schüler im Straßenverkehr sterben. Aber kein Mensch spricht von Todesunfällen im Straßenverkehr. Das ist etwas, was man einfach hinnimmt. Erwachsene machen sich nicht mal die Mühe Kindern ein Vorbild zu sein, und nicht bei Rot über die Straße zu gehen. Aber dieselben Leute verlangen überzogene Konsequenzen wie bewaffnetes Sicherheitspersonal an Schulen.

Bei dem Thema fällt mir immer nur Epikur und das hedonistische Kalkül ein. Lustgewinn um jeden Preis, gleichzeitig Schmerzen minimieren. Aber bloß nicht an die langfristigen Konsequenzen denken. So ticken doch die meisten Leute. Aber ich schweife ab... ;)

Jack


Offtopic: Mir sind hier zu viele "Jacks" in dem Thread unterwegs. Wollt ihr euch nicht 'nen anderen Nickname zulegen? Ok?, danke. :P
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Jack_AI am .
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Hallo,

eigentlich müssten wir überglücklich sein mit dem momentanen Stand was Gewalt angeht. Natürlich gibt es all die Gewalt im kleinen, die aber meistens Einzelpersonen und deren Konflikte untereinander betrifft. Im großen Maßstab leben wir aber ein einer politisch stabilen, wirtschaftlich starken Gesellschaft in dessen Hoheitsgebiet es seit über 60 Jahren keine kriegerischen Handlungen gab. Und das wird sich auch in absehbarer Zukunft nicht ändern (was alleine bemerkenswert ist wenn man sich die Vergangenheit anguckt und wie regelmäßig es gerade im alten Europa zwischen den Königshäusern Kriege gab). Und das ist gut so. Nur ein sehr geringer Teil der deutschen Bevölkerung muss einen Krieg und dessen ganz andere Gewaltdimensionen miterleben. Zu solchen Zeiten würde auch kein Medium über Einzelschicksale berichten.

Was die Gewalt "im kleinen" angeht, darf man diese natürlich auch keinesfalls verharmlosen. Für die betroffenen Personen ist diese keinesfalls harmlos. Aber von ihr geht keine Gefahr für die Bevölkerung aus. Es ist nicht so das man Angst haben muss auf die Straße zu gehen, seine Meinung zu sagen usw. Natürlich sind die durch die Medien verbreiteten Schicksale jedes für sich tragisch. Aber man darf sie nicht überbewerten und generalisieren.

@Jack_AI
Ich hab letztens eine Doku angeschaut die fing ungefähr so an:
"Ende des 19. jahrhunderts wurde eine Massenvernichtungswaffe ersonnen die seitdem Millionen von Menschen, getötet hat. Mehr als jede andere und jedes Jahr sterben weiter unzählige Menschen durch sie" Die Rede ist natürlich vom Auto.

Wenn man die Toten durch Unfälle im Alltag (Unfälle irgendwelcher Transportmittel, Arbeitsunfälle, Haushaltsunfälle, etc.) oder gar durch Krankheiten wie z.B. einfach mal nur die saisonale Grippe anschaut - dann verblassen die, der Gewalttaten total dagegen. Aber das darf man so auch nicht sehen, weil Gewalt heißt ja nicht automatisch Tod. Es gibt unendliche viele Stufen bis dahin, von der Gefahr die durch psychische Gewalt ausgeht, mal ganz zu schweigen.

Was den Namen angeht hätte ja eher Jack30lena Gewohnheitsrecht, da länger registriert :) Aber ich kenn das Problem Benutzer mit ähnlichen Namen auseinander zuhalten. Ich achte daher meist nur auf die Avatare. Leute die keinen haben sind für mich im ersten Moment alle gleich :)
Baka wa shinanakya naoranai.

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kleines_eichhoernchen
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Vornweg, falls der Verdacht aufkommt, ich hab rein garnix gegen Ausländer - wenn sie sich zivilisiert und anständig verhalten - sowie es normal von uns Deutschen in einem fremden Land auch vorrausgesetzt wird.

Jetzt am Wochenende, waren wir zu 4 in Bonn aufm Weihnachtsmarkt. Wir mussten noch auf jemanden warten und standen bei MCDonalds direkt am Hauptbahnhof. Ein türkisches Kind kam neben uns und hat direkt lautstark telefoniert. Jeder Satz ging mit Eh Alder los und hörte mit du H**ensohn auf. Das ging gefühlte 5 Minuten so. Als die beiden (es stellte sich dann noch ein Kind türkischer Herkunft dazu) gegangen sind, hab ich natürlich direkt in die Gruppe nen Spruch losgelassen, das der Typ auch nur 2 Wörter kennt. Der eine musste das wohl gehört haben und drehte sich um und guckte mich bitterböse an, als ob er gleich zuschlagen würde, ich stand allerdings nur mit dem Rücken zu ihm, eine Freundin hat das nur beobachtet. Die beiden waren erst gefühlte 13 Jahre alt.
Es gibt 3 Arten von Menschen, die die bis 3 zählen können und die, die es nicht können...
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Jack Sun
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Zitat von kleines_eichhoernchen
Die beiden waren erst gefühlte 13 Jahre alt.

Das Problem kenne ich. Ich bin auch nicht gegen Ausländer u.d.g. aber als ich mal mit der Klasse nach Hamburg gefahren bin, hat uns ein in etwa gleichaltriger nach eine Zigarette gefragt, als das abgelehnt wurde (den Genauen Handlungablauf hab ich nicht mitbekommen) kamen gleich seine Freunde an und dann wurden wir abgezogen. Der Schaden war nur gering, der Abend im Musical trotzdem noch genießbar. Andererseit war ich in einer Grundschulklasse in Berlin, die ungefähr einen drittel Ausländeranteil hatte, und mit denen hatte weder ich noch andere je Probleme. Meiner Ansicht nach ist das Problem in diesem Speziellem Punkt die Differenz der Kulturen und der Umgang mit Gewalt in den Elternhäusern.

Trotzdem bin ich der Meinung, das es nichts bringt, die Augen zu schließen und zu hoffen, das einem nichts passiert. Angergierte (sry wegen Rechtschreibung) Menschen leben immer gefährlicher weil es immer andere gibt, denen nicht gefählt, was da geschieht.

Allerdings ist auch mir aufgefallen, das es unter den Heranwachsenden zu einer erhöhten verbalen Gewaltbereitschaft gekommen ist. "Halts maul oder du kriegst auf die Fresse" hab ich zu meiner Grundschulzeit nicht so häufig gehört wie jetzt. Allerdings muss man da auch Differenzieren. in meinen Augen ist das alles nur geprahle, mit einer großen Klappe und nichts dahinter. Da spielt auch wieder die Thematik Gruppenzwang eine Rolle. Bei einer sinnvollen Freizeitgestalltung kommen die heranwachsenden langsammer auf dumme Gedanken.


@ Jack_AI Wieso viele Jack's? du bist doch "erst" der dritte. Soweit es mich betrifft, ich geh auch meistens nach den Avataren und erst dann nach dem Namen
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Jack Sun am .
und so stellt sich wieder einmal die Frage: Warum klappt das nicht gleich so gut?
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ich bin ausländer ;-)

aber dadurch das ich schon 4/5 meines lebens in deutschland verbringe, bin ich vermutlich schon komplett assimiliert.

meine frau ist auch ausländerin. mehr als ich, da sie den großteil ihres lebens im ausland verbracht hat und die deutsche sprache nicht perfekt beherrscht.

probleme hatte ich nie im gesteigerten maße mit anderen ausländern. da halten sich deutsche und außländer die waage. das mag aber auch daran liegen, das ich früher ohne probleme mit russen saufen konnte, ohne das ich in der halbzeit zusammenbreche und das ich ein paar bekannte türken aus meiner gegend als gute bekannte hatte (was interessant ist, da ich mit denen dennoch nie etwas unternommen habe).

was ich damit sagen will? -> wenn man deren kultur akzeptiert, dann ist die kommunikation wesentlich einfacher.

gut das mag jetzt demjenigen nciht helfen, der in der u-bahn angemacht wird.

um mal ein konkretes gegebeispiel zu den ausländern zu liefern, so wurde ich von einem "inländer" angespuckt, weil ich ihm kein kleingeld zum "telefonieren" geben wollte. der typ war ungefähr gleich alt aber unglücklicherweise hatte er noch ca. 5 freunde dabei... da hilft dann halt nur umdrehen und das schlachtfeld geordnet räumen.

Zitat
ich geh auch meistens nach den Avataren und erst dann nach dem Namen

avatare sind bei mir standardmäßig aus.. genauso wie signaturen. ich finde die störend :D

und was das jack angeht.... du bist eben kein unikat... traurig ich weiß... ;-)


mfg
Jack
Jack Sun
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Bevor wir zu weit vom eigendlichem Thema ("Steigende Gewalt in Deutschland") abdriften, möchte ich zusammenfassend sagen, dass es momentan wohl keine Gesellschaft der perfekten Tolleranz gibt. In jedem Kultur und Gesellschaftskreis gibt es (wenige) schwarze Schafe, für deren Handlungen der gesammte Kreis von intolleranten Menschen zur Verantwortung gezogen wird.
Was mich gerade beschäftigt ist die Frage, ob es nur einen anstieg an körperlicher Gewalt, ober auch einen Anstieg an psychischer Gewalt gibt. Letzteres ist meiner Ansicht nach schlimmer als die rein körperliche Gewalt, da (nicht-tötliche) Schäden behoben werden können, während ein geistiger Schaden einen Menschen für den Rest seines Lebens prägt. Ich bin der Meinung, dass man über Verbalen Angriffen stehen sollte. Die Meinung anderer sollte man zur Kentnis nehmen, mehr nicht. Was interessiert es mich, was andere (diejenigen mit denen ich überhaupt nichts zu tun habe) über mich denken? Wichtig ist, was ich von mir denke.


Jack scheint einfach ein beliebter Name zu sein. Was mich zum Unikat macht, ist nicht der Name sondern die Persönlichkeit hinter dem Namen.
und so stellt sich wieder einmal die Frage: Warum klappt das nicht gleich so gut?
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