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Euer Berufsalltag als Programmierer
KnUlP
myCSharp.de - Member



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Herkunft: Oberösterreich

Themenstarter:

Euer Berufsalltag als Programmierer

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Hallo,

ich les hier in eurem Forum schon ein Weilchen mit und möchte nun mal eine etwas weniger spezifische Frage in den Raum stellen.

Wie sieht euer Alltag als Programmierer aus, wie zufrieden seid ihr mit eurer Arbeit?

Der Grund für meine Frage ist, dass ich nun seit zwei Monaten als Programmierer arbeite und zwar im ERP-Bereich mit einer kleinen, proprietären Domänensprache (Es geht hauptsächlich um Kundenanpassungen, Crystal Reports, Datenbanken
, Prozeduren anpassen, hinzufügen...).
Irgendwie scheine ich die Erwartungen meines Chefs auch gut zu erfüllen, aber ich kann nicht behaupten, zufrieden zu sein und frage mich nun, ob der EDV-Bereich überhaupt etwas für mich ist.
Ich hab noch ein Jahr Abendschule (Richtung Software-Engineering mit Abitur) vor mir und von den Sprachen her bilden C# und Java den Schwerpunkt. Das find ich auch einigermaßen interessant, weil die dahinterstehenden Frameworks ziemlich mächtig sind und man auch schnell mal was für private Zwecke coden kann, wenn einem danach ist.

Nunja, mit den Konzepten aus dem Lehrbuch hat die Software, mit der ich es zu tun hab aber wirklich sehr wenig zu tun. Zum Teil kennt man das ja schon vom Hörensagen, dass es den Wirtschaftsmenschen nur darum geht, dass ein Programm irgendwie läuft. Aber der Code, mit dem ich es zu tun habe, breitet sich seit den 70er Jahren wie Schimmel aus, anscheinend... 0 Doku, 0 sprechende Variablennamen, 0 Objektorientierung, (obwohl das Wort in den mageren Schulungsunterlagen ständig benutzt wird), Aufrufe von C-Routinen, deren Code man nie zu Gesicht bekommen wird, jedenfalls geht ohne Debugger rein gar nichts. Da wird selbst das Anlegen eines neuen Textbausteins zu einem Auftrag zu einem stundenlagen Abenteuer, wo ich wohl bei nem ordentlichen Design einfach nur auf ne Eigenschaft zugreifen bräucht...

Nunja, wie seht ihr das? Ist das EDV-Business generell unseriös (ich glaube kaum, dass ihr nur mit C# zu tun habt?), habt ihr positive Erfahrungen, mit gut dokumentiertem Code, der einigermaßen irgendwelchen Qualitätsstandards entspricht, seid ihr ordentliche eingeschult worden, habt ihr Ansprechpartner und das Gefühl, etwas dazuzulernen?

Das nervt mich am meisten, das Gefühl, einfach nur meine Zeit zu verkaufen (Das Gehalt ist übrigens auch mies). Ich denke, diese Art des Programmierens nützt mir weder für die Schule noch für zukünftige Bewerbungen was...

Auf der anderen Seite liest man in den Stellenanzeigen im Zusammenhang mit Softwareentwicklung oft das Schlagwort ERP. Und ich habe das dumpfe Gefühl, dass SAP, Axapta und Konsorten nicht viel spannender sind...

Was würdet ihr mir raten, wenn mich Betriebswirtschaft nicht sonderlich interessiert? In die Unix-Welt eintauchen, auf Elektrotechnik/Mathematik spezialisieren? Oder gibt es doch noch Spannendes dazwischen???

Nuja, wollt ich mir einfach mal von der Leber schreiben. ;)

Schönen Abend euch noch,

Knulp

                                        
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tscherno
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Versuch dich in einem Bereich weiterzubilden wo Programmierer knapp sind aber Benötigt werden. Ein bekannter hat z.b. für eine Archäologie-Studentin ein Mustererkennungsprogramm für Hyroglyphen geschrieben (und dabei sehr interessante Sachen gelernt). Biologie währe meiner Meinung nach ein weiteres Feld wo Informatik viel bewegen könnte. Aber die Biologie an sich ist schon komplex genug als dass die Biologen noch programmieren lernen (Man kann ja bereits Bioinformatik studieren).

Eigentlich ist man ja als Programmierer immer ein "Bindeglied" zwischen Informatik und
einem anderen "Fachbereich" und weil dich Betriebswirtschaft nicht besonders interessier,t hast du wahrscheinlich keinen grossen Spass daran ERP-Anwendungen zu entwickeln.

Gruss
tscherno
To understand recursion you must first understand recursion
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JuyJuka
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Ich war/bin bis jetzt in einer Firma und dort sieht der alte Code genauso schlimm (oder schlimmer) aus, wie du den bei euch beschrieben hast.
Jemand hat versucht ein FoxPro6 (ARG) Progamm 1zu1 in .NET zu portieren!
Auf der Datenbank suchst du Constaints vergebens.
Und von OO darf man garnicht erst reden *heul*.
Ach ja: Ohne zu übertreiben, kann ich sagen, das KEINE Doku exisitiert.

Zum "Glück" ist diese Version der Software in der Entwicklung festgefahren und wir haben mit einer neuen Version nach allen Richtlinien der OO angefangen (Hauptsächlich ich und ersmal in meiner Freizeit).

Mit einer gewisen Menge an fertigen Funktionalitäten und lange, zähen Vorträgen über OOP und wie die Probleme, die wir mit der "alten" Version haben, dadurch gelöst wären. Haben ich und mein Vorgesetzter die Entwicklung der neuen Version durchgedrückt.

@tscherno: Ich weiß nicht, wie es bei dir in der Firma ist, aber du könntest versuche ein Refacturing der Software anzustossen. (Es hört sich zumindest schlimm genug an )
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herbivore
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Hallo KnUlP,

sicher ist die Informatikwelt keine perfekte und zwischen Anspruch (hier: Schulungsunterlagen) und Wirklichkeit (hier: tatsächlicher Code/fehlende Doku) klaffen zum Teil - wie du festgestellt hast - Welten. Aber ich denke, man kann es deutlich besser treffen als du. Es sieht so aus, als könntest du dich durch einen Wechsel der Stelle nur verbessern.

herbivore
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svenson
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Beiträge: 8775
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Meine erste Arbeit war auch die "Pflege" einer - wie sagt man so schön: Legacy-Anwendung. Grausam. Nicht ein Parameter. Nur globale Variablen.

Zum Glück konnte ich nach ein paar Wochen glaubhaft machen (man sah mir das Leiden wohl an...), dass das alles keinen Sinn mehr macht. Dann durfte ich neu entwickeln. Nach meinen heutigen Maßstäben die schlechteste Anwendung, die ich je schrieb.

Leider besteht die Welt nicht nur aus tollen und spannenden Projekten. Manchmal muss man da durch, manchmal muss man sich einen neuen Arbeitgeber suchen.
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wakestar
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Hallo KnUlP

Betr. ERP: Ich bin nun seit 6 Jahren in der ERP - Branche als Entwickler tätig. Ich entwickle hauptsächlich Individual - Lösungen auf Basis von Microsoft Navision.
Von "Felder verschieben" über alle möglichen Schnittstellen bis hin zu komplett neuen Modulen für Navision bewegt sich mein Alltag. Ich denke es kommt auch extrem darauf an, in welchen Branchen sich der Arbeitgeber bewegt. Der ERP-Markt ist riesig und je nachdem kann es einen schon packen oder man kann sich eben überhaupt nicht damit identifizieren.

Betr. Technologie: Die Progammiersprache (C/AL) sowie die Entwicklungs-Umgebung (C/Side) sind, wenn ich das mit C# und .NET vergleiche, einfach nur Schrott ;-).
ABER: 1. Dass man ERP - Systemen nicht einfach so die neuste Technolgie verpassen kann ist glaub ich allen klar und 2. die integrierte Entwicklungsumgebung bietet bereits sehr viel an Funktionalität.- Ich würde sagen dass über 90% der Kundenanforderungen auch ohne Entwicklung von externen Komponenten realisiert werden können. Im schlimmsten Fall hilft dann COM - Interop mit .NET.
Allgemein gesagt muss man das ERP-Produkt und dessen Philosophie verstehen, dann kann man für den Kunden und für sich selber zufriedenstellende Lösungen auf die Beine stellen.

Betr. Code: Auch ich treffe immer wieder auf irgendwelche Lösungen welche vor 10 Jahren entwickelt und nie redesign worden sind, das Problem hat wenig mit der Technologie zu tun. - Und ich gebe zu... wenn ich täglich nur Gülle auseinandernehmen müsste, hätt' ich auch so meine Probleme damit.

wakestar
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ikaros
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Nein, ich bin unzufrieden, aber es geht vorwärts irgendwie. Wäre es anders wäre ich bei der Stadtreinigung.
ERP/ORM/Microcontroller(erfunden) - bei dir scheint es langweilig zu sein....(1-2 Programmiersprachen inkl. Frameworks) und ewig das selbe Thema...)
Hättest du es gern interessanter?
(Ich hab es schon 3 Jahre zu interessant(5 PS, 3 Plattformen, keine Freizeit), ich tausche gern gegen deinen Job, tausche aber nicht gegen Langeweile.
Edit: Kleinkram von Buzzwords und Technologien die in Abhängigkeit obengenanter Themen hinzukamen, sind nicht zählenswert, das gehört dazu.

Heulsuse
Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von ikaros am .
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Yellow
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Hallo KnUlP,

wie tscherno in seinem Post schon sagte, der Informatiker ist zum grössten Teil ein Bindeglied zu einem Fachbereich. Hinter (fast) jeder Anwendung steckt ein Sinn, und die wenigsten Anwendungen entstehen um ihrer selbst. Wenn du zu betriebswirtschaftlichen Themen keinen Bezug hast, gibt es noch so viele weitere Fachbereiche und Problemstellungen die mittels Programmierung gelöst werden wollen. Ich denke viel wichtiger ist für Dich die Frage, macht mir das Entwickeln an sich Freude? Ist es das was ich tun will?

Wenn Du dir diese Frage mit "ja" beantwortest wirst du mit zunehmender Erfahrung feststellen dass sich Projekte in denen auf 3000 Zeilen prozeduraler Code mit einer einzelner Kommentarzeile "Halloween 1998" und andere vollkommentierte, sehr gut beschriebene OO-Projekte abwechselnd sich die die Klinke in die Hand drücken. Mit ein bisschen Phantasie findest du diese Muster aber wohl in jedem anderen Beruf in ähnlicher oder übertragener Form wieder.

-yellow
Selbst ein Weg von tausend Meilen beginnt mit einem Schritt (chinesisches Sprichwort).

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Haggy
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@ JuyJuka

Lustig FoxPro 6 . Habe einige Zeit lang in FoxPro bereich gearbeitet weas für eine aRt von anwendung migriest du ?

Leider fehlt in der FoxPro Community noch etwas die sensibilisierung für .NET da viele den Grund für das einstellen der FoxPro Entwicklung in .NET sehen.
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JuyJuka
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@Haggy: Ich migriere keine Anwendung, ich muss eine alte schreckliche anwendung warten, die von ca. 20 Praktikanten unter der Leitung eines möchtegern Entwicklers stammt (alle weg und ca. 2000 Zeilen Code zu einer Zeile Doku)

Ich finde zwar, dass FoxPro und .NET zu vergleichen ungefär der vergleich zwischen einer Kugel Eiskrem und dem Nordpool ist. Aber FoxPro wurde vermutlich wegen .NET eingestellt.

Ich persönlich finde es keinen Verlust, dass FoxPro !hoffentlich! aussterben wird.

Gruß, euer FoxPro hasser
Juy Juka
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Yellow
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@Haggy
@JuyJuka

Bitte eventuelle Diskussionen über das Leben und Sterben von FoxPro in FoxPro ist tot fortsetzen.

-yellow
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Thorsten1983
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back to the roots...

mein Alltag sieht so aus wie der eines 'normalen' Programmierers *denk ich mal* Das Aufgabengebiet beinhaltet
  1. Meetings mit den Kunden
  2. Pflichtenheferstellung (sehr selten)
  3. Analyse Design
  4. Programmierung + dokumentiere
  5. Testen, Testen, Testen
  6. Bugfixing
  7. Setup bauen
  8. Ergebnis an die Qualitätssicherung weitergeben zum Releasetest...
Ist halt der komplette Software Lebenszyklus, genau das finde ich auch eine gute Mischung damit man in allen Bereichen Fit bleibt, gerade die Meetings mit den Kunden sind ein muss für jeden Programmierer damit es nicht zu einem hohen Arbeitsaufwand kommt weil der Programmierer nicht genau! weiss was der Kunde eigentlich möchte.
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