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Informatik-Studium sinnvoll/nützlich? Welche Alternativen zum Studium sind sinnvoll/nützlich?
marco.b
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Hallo gfoidl,

wäre es dir möglich darzulegen, inwiefern obige Diskussion nicht dem ursprünglichen Thema zuträglich ist?
Es wurden Bereiche erörtert, in denen programmiert wird. Aus diesen Bereichen lassen sich Softwarekomplexitäten ableiten, woraus sich wieder Anforderungen an den Programmierer ableiten lassen. Meines Erachtens ist dies sehr wohl Teil der Diskussion.
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Gelöschter Benutzer

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Ok, sieht so aus, als kennen wir beide jeweils zwei komplett verschiedene Felder.
Zitat
so ganz nebenbei ist der Titel des Themas "Informatik-Studium sinnvoll/nützlich? Welche Alternativen zum Studium sind sinnvoll/nützlich?". Besinnt euch bitte darauf.

Darum geht es ja. In "meiner Welt" ist es weniger nützlich als in seiner. Also geht es dann beim entscheiden für oder gegen das Studium eher darum, wohin man letzten Endes hin möchte.
ProgrammierTroll
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Zitat von gfoidl
so ganz nebenbei ist der Titel des Themas "Informatik-Studium sinnvoll/nützlich? Welche Alternativen zum Studium sind sinnvoll/nützlich?". Besinnt euch bitte darauf.

Hängt wir sehen auch davon ab, in welchem Bereich man später entwickelt. Ich arbeite hauptsächlich in Projekten Rund um das Thema Logistik, d.h., wir entwickeln große Transportmanagementsysteme. Da kommt es nicht selten vor, dass man das eine oder andere knackige Problem lösen muss. Am Anfang habe ich mich damit z.T. sehr schwer getan und musste mir die nötige Kompetenz oft am Wochenende im Selbststudium aneignen.

Ich habe außerdem Freunde, die in der Finanzbranche tätig sind. Da werden als Entwickler z.T. nur Mathematiker eingestellt, weil man da eben auch wissen über stoachastische Prozesse zur Vorhersage von Aktienkursen, quadratische Programmierung etc. braucht.

Und gerade im Bereich Baken, Versicherungen oder Finanzandienstleistern wird nicht wenig Software erstellt.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von ProgrammierTroll am .
q.e.d.
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gfoidl
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Hallo marco.b,

mir kommt vor als ob die Diskussion eher vom hundersten ins tausende kommt.
Zitat
Zuletzt haben wir doch darüber diskutiert, wo Programmierer zum Einsatz kommen, denn es ging darum, ob man fürs Programmieren studiert haben muss. Doch auch die Sache mit dem Marktwert würde ich anzweifeln wollen.
Du schreibst ja selbst dass es um mindestens 3 (Sub-) Themen ging.

Klar lassen sich Anforderungen an den Programmierer ableiten, aber dazu muss "der Programmierer" definiert werden damit ein einheitliches Verständnis von dem vorliegt. Und Beispiele für verschiedenste Bereiche aufzählen ist auch müßig da leicht ein anderes Beispiel aus einer anderen Branche gebracht werden kann und somit dreht sich die Diskussion im Kreis und bringt nix.


mfG Gü

Stellt fachliche Fragen bitte im Forum, damit von den Antworten alle profitieren. Daher beantworte ich solche Fragen nicht per PM.

"Alle sagten, das geht nicht! Dann kam einer, der wusste das nicht - und hat's gemacht!"
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marco.b
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Zitat von ProgrammierTroll
Da werden als Entwickler z.T. nur Mathematiker eingestellt, weil man da eben auch wissen über stoachastische Prozesse zur Vorhersage von Aktienkursen, quadratische Programmierung etc. braucht.

Ist das so? Soweit ich das mitbekommen habe, werden oftmals Informatiker mit Nebenfach Mathematik auch für die knackigeren Posten in der FB eingestellt. Mit entsprechenden Vorlesungspräferenzen steht der Informatiker, NF Mathematik, in diesem Bereich ja auch in nichts nach. Maß-/Integrationstheorie, Stochastik, Optimierung und Analysis II, falls es nicht schon zu den Grundvorlesungen der Informatik gehört. Und ab geht die Post :) ;)
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zommi
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Hallo,
Zitat von gfoidl
Es wird mehr od. weniger vergessen dass es immer auf das Individuum ankommt.
Ein sehr guter Punkt!

Ob nun Studium, Fachausbildung oder Umschulung, es kommt viel mehr auf die Personen an, als auf die Ausbildungsform. Mir ist erst vor kurzem folgendes Zitat über den Weg gelaufen:
Zitat von Edward Gibbon (1737-1794) britischer Historiker
Die Kraft der Lehre ist selten von großer Wirksamkeit, außer unter jenen glücklichen Umständen, wo sie beinahe überflüssig ist.
The power of instruction is seldom of much efficacy except in those happy dispositions where it is almost superfluous.

Und ich vermute, dass jeder, der hier fleißig in seiner Frezeit in einem Programmierer-Gemeinschafts-Smalltalk-Bereich unterwegs ist, unter diese glücklichen Umstände passt. Wer gut ist, macht aus jeder Ausbildung etwas gutes, bzw. nimmt so viel mit wie er kann.

Dennoch finde ich, dass ein Praxis-orientiertes Studium hierfür das meiste Potential bietet. So sehe ich einige Vorteile:
  • Zeit: Mit Bachelor und Master zusammen mehrere Jahre, in denen man sich ganz unverbindlich interessanten Dingen widmen kann. Solche Möglichkeiten werden im Berufsleben deutlich weniger.
  • Leute: So ein Studienjahrgang ist groß, manchmal zu groß. Und sicherlich gibt es 1, 2 vielleicht sogar eine Hand voll Leute, die von den selben Themen fasziniert sind, wie man selbst. Das ist eine sehr fruchtbare, fachliche Beziehung. Je kleiner, beruflicher, privat-lern-orientierter die Ausbildung ist, desto mehr fällt dies weg.
  • Persönlichkeiten: Gute Vorlesungen leben von ihrem Stoff, sehr gute von ihrem Dozenten. Sicherlich gibt es davon nur wenige, aber wenn es sie gibt, dann sind sie grandios! Professoren zuzuhören, die selbst hervorragend sind, fachlich vorn mit mischen, selbstverständlich auch in der Berufswelt bei namhaften Unternehmen tätig waren, immernoch Visionen haben und fesselnd erzählen und erklären können - das ist einmalig! (An dieser Stelle ein fachfremder Verweis auf Richard Feynman und seine fantastischen Physik Vorlesungen, auszugsweise betrachtbar beim Projekt Tuva (Feynman Lectures))
  • Arbeitsweise: Vorlesungen, Übungen, (englische) Fachliteratur, Gruppenarbeit, Seminarvorträge, Ausarbeitungen, Abschlussarbeiten, ... all das bereichert einen in seiner eigenen Arbeitweise. Ein Hauch "Wissenschaftlichkeit" schadet eben nicht :)

Über das Inhaltliche lässt sich hingegen vortrefflich streiten. Daran, und an deren Nützlichkeit sowie Einsatznotwendigkeit, hängen sich ja hier auch manche Unterdiskussionen auf. Ich setze jetzt einfach mal Softwareentwicklung als wünschenswertes Ziel an. Und dort braucht es meines Erachtens folgendes:

Wenig theoretische Informatiker, wenig Mathematiker! Ich selbst liebe diese Themen, habe vor meinem Info-Studium auch Mathe anstudiert. Und nein, nicht angebrochen, weil ichs zu schwierig fand, ich fand nur Informatik besser. Aber wenn wir einmal nüchtern auf die Software-Entwicklung da draußen blicken, sind die echten Probleme nicht, dass der Hash-Join im Datenbanksystem XY noch besser optimierbar wäre, oder sich exotisches Problem Z auch graphentheoretisch anpacken ließe, oder aber die Verwendung in Rot-Schwarz-Bäumen gegenüber AVL-Bäumen für diese Einfüge-Heuristik die besseren Such-Zeiten garantiert... was das Hauptproblem ist, ist Professionalität. Wir wissen ja noch nicht einmal, wie Software zu entwickeln ist. Wie wir es schaffen, dass der Code nicht nach einem Jahr weggeschmissen werden muss. Wie man effizient Projekte umsetzt und gegebenenfalls bestehende Dinge wirklich wiederverwendet.

Das hat die Universität wohl in den letzten Jahren einfach "verschlafen". Langsam kommt das aber in die Lehrpläne. Echte Projektarbeit, in größerem Umfang. Patterns, Entwicklungsprozesse und das Arbeiten mit modernen Technologien halten Einzug in den Lehrplan.

Das Studium sollte vermitteln:
  • wie man Software entwickeln kann. Dazu gehört natürlich auch Scrum und co. Und zwar umfassend inklusive Alternativen, Vor- und Nachteile. Im Berufsleben werd ich wohl nur reinkommen und einen spezifischen Entwicklungs-Prozess (mehr oder weniger) vorfinden. Da muss ich wissen, was es gibt, was Alternativen sind, etc...
  • Techniken statt Technologien. Ich muss Objektorientierung verstehen. Nicht nur "C#" programmieren können. Und dazu gehört das Studium der unterschiedlichen Programmierparadigmen, vor allen an unterschiedlichsten Sprachen. (so auch neben Java, C#, C++ auch Smalltalk) Denn Sprachen ändern sich viel schneller als Paradigmen. Und so ändern sich auch die Technologien statt der Techniken. Dennoch ist es nicht verkehrt, bereits im Studium mit aktuellen Technologien in Berührung zu kommen. Aber das gehört für mich viel mehr in meine späteren Beruf. Dort muss ich eh immer up-to-date bei den Technologien sein. .Net 4.0, WCF, F#, Lambda-Ausdrücke, etc... Wenn ich aber die Techniken irgendwie kennen, kann ich mir die Technologien selbst aneignen. Das ist also meine Aufgabe.
  • Verständnis vermitteln, statt Verstehen zu erzwingen. Sind wir ehrlich, wer kann schon behaupten, Parallelprogrammierung wirklich zu verstehen. Es ist soo komplex. Es fängt bei der System-Architektur an. X64, IA64, was ist überhaupt deren Speichermodell? Synchronsiationsprimitiven? Lock-freie-Strukturen selbst implementieren? Volatile, Memory Barriers, Interlocked, ThreadPooling, IO-Completion Ports, Scheduling, User Mode Threads, Kernel Threads, Managed Threads, MPI, SIMD, Clustercomputing, Many-Core-Architekturen, GPU, Cuda, NUMA, Interprozess-Kommunikation, ...
    Ganz ehrlich, das verstehen nur eine Hand voll wirklich! Und das ist ok. Es sind ja auch keine Alltagsprobleme. Das muss man nicht alles können um ein professioneller, verdammt guter, Softwareentwickler zu sein. Aber man muss ein Verständnis dafür haben. Wissen, dass es da etwas gibt, wer dafür Experte sein könnte, wissen, dass man hierfür eine Library einsetzen muss, oder spezielle Thread-Safe-Klassen - nur muss man sie nicht selbst implementiern können. Man würde eh nur Fehler dabei machen. Erst wenn man 5, oder 10 Experten zusammenschmeißt können die überhaupt erst ne gute Implementierung erschaffen.
    Achtet auch mal auf die Entstehung der Sortier/Such/WasAuchImmer-Algorithmen. Es gab initiale Versionen, die wurden analysiert, korrigiert, verbessert, optimiert. Da hat niemand eine definitive Version einfach so aus dem Hut gezaubert. Und daher finde ich auch, dass man niemandem vorwerfen kann: "Was du verstehst/kannst das nicht? Wie willst du da programmieren?" So etwas ist quatscht. Allerdings stopft das Studium noch immer viel zu viel davon in den Lehrplan. Echtes Algorithmen-Design machen die Doktoranden/Post-Docs an den Unis oder in den Industrie-Labs der großen Unternehmen. Und das sind nur ein verschwindend geringer Bruchteil aller Informatik-Absolventen. Und nochmal: Nichts gegen Grundlagen, aber Software-Entwicklung hat noch ganz andere Baustellen und Probleme, sodass wir uns im Studium nicht in den falschen Dingen verzetteln sollten - aber es scheint, es wird besser in der Uni-Landschaft.


Noch so als Abschluss: Ich selbst hatte in meinem gerade abgeschlossenen Bachelor-Studium so folgendes drin: (nicht vollständig)
  • In den Modellierungsvorlesungen haben wir an fiktiven Projekten in Gruppen über ein Semester hinweg Entwurfs- und Analysedokumente kreiert, Anforderungen spezifiziert, in UML gegossen, etc.
  • Recht und BWL, vielleicht will ja mal wer ne Firma aufmachen?
  • Mathematik, Theoretische Informatik, Digitalsystemtechnik, Programmiertechniken (Klassiker)
  • 3 Semster zu Softwaretechnik, je begleitet durch ein Semester-Projekt. Zunächst ein Spiel in einem 6er Team. In der Vorlesung gabs die Patterns. Im zweiten Semester erste Entwicklungsmethoden wie XP zusammen mit einem neuen 6er-Projekt. Und im dritten Semester gabs dann Entwicklungsprozesse wie Scrum, ScrumOfScrum ... und umsetzen konnten wir das praktisch an einem ERP-System, an dem wir zu in zwei Gruppen zu je 50 (!) ein Semester gearbeitet haben
  • Und noch das Bachelorprojekt. Wo das letzte Jahr (davon das letzte Semester vollzeit) 6 Mann ein echtes Projekt angehen, mit teilweise externen Partnern, guter Betreuung, etc. Im Grunde schonmal ein bischen Berufsleben - aber völlig frei und idealisiert. Das machts natürlich einfach, denn unter 6 Studenten, die alle bereits gelernt haben, dass Versionskontrolle, Testing, agile Methoden, Code-Reviews, Clean-Code-Praktiken, Patterns etc. sinnvoll sind, hat man so gut wie keine Widerstände von "Alteingesessenen". Und so kann man sich halt ausprobieren. War schön!


beste Grüße
zommi
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zommi
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Um auch noch etwas zur Nebendiskussion bezüglich "Nutzen/Einsatz von harten algorithmischen/mathematischen Verfahren" loszuwerden.

Ich habe neben dem Studium über Jahre bei einer Firma gearbeitet, die Industrielle Bildverarbeitung betreibt. (zumindest mein Bereich, es gab noch andere zu Akustik, Robotik, 3D-Vermessung)

Alles gute, fähige Leute. Studiert in Mathematik, Elektrotechnik, etc. Die wissen schon, was sie machen, können nur keine Software entwickeln. Abteilungs-interner Mischmasch aus unterschiedlichsten Programmier-Sprachen, Bildverarbeitungs-Frameworks, Vorgehensweisen. SVN? Fehlanzeige. Unterschiedliche Visual Studio Versionen, Imkompatibilitäten. Manche drucken dann ihre C++ Klassendiagramme aus und erzählen einem was von System-Dokumentation. Bestehende Bereichs-interne Lösungen können aufgrund der Imkompaibilitäten nicht übernommen werden, oder man will sie einfach nich, weil der alloziert ja immer so viel dynamischen Speicher, oh der hat aber Abhängigkeiten zu WxWidgets, ich nutz doch QT, der dritte macht MFC, der darauf direkt WinAPI, der nächste WinForms in C++/CLI und der übernächste nutzt LabVIEW. Natürlich ist die Funktionalität hart gekopelt im System, sodass ich da nix austauschen kann - versteht sich :D

Jeder erfindet das Rad neu. 3D-Triangulation, 3D-Rekonstruktion, Laser-Steuerung, simple Bildverarbeitungs-Filter, optimierte multithreading-Programme, Objekt-Detektion, Objekt-Verfolgung, Bewegungs-Schätzung, Clustering, OCR, RoboterBewegungsoptimierung, ... (und natürlich hat jeder seine eigene Vektor-Klasse, is doch klar! :D ) aber natürlich immer wieder irgendwo auch fehlerhaft und schlecht. Keine gemeinsame Codebasis, kein gemeinsames Entwickeln! Nur erstaunlicherweise läuft ja irgendwie alles so irgendwie, also warum ändern? Aber SO ist das für micht keine Softwareentwicklung, und die gehört nunmal zur Informatik.

Ich weiß nich, ob das ein Einzelfall ist. Ich hoffe ja, aber ich befürchte nein.

Ich hoffe das wirft auch nochmal ein Licht auf das notwendige Verhältnis zwischen Software-Entwicklungs-Skills und den harten algorithmischen Skills.

beste Grüße
zommi
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Coder007
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Zitat von gfoidl
so ganz nebenbei ist der Titel des Themas "Informatik-Studium sinnvoll/nützlich? Welche Alternativen zum Studium sind sinnvoll/nützlich?". Besinnt euch bitte darauf.

Mir kommt es auch so vor, als würden die Diskussionen das Thema verfehlen. Erst wurde darauf rumgehackt, dass Fachinformatiker auch so gut sein können, wie Studenten. Jetzt wird darüber diskutiert, inwiefern die eher theoretischen Sachen in der Praxis wichtig sind. Ich finde schon, dass das alles am Thema vorbeigeht. Weil schaden tuts auf jeden Fall nicht. Was ist denn jetzt die Alternative zum Studium? Auf die Berufsschule zu gehen und gar nichts zu lernen? Weil mehr programmieren als an der Uni tut man da meiner Überzeugung nach ganz sicher nicht. Irgendeine Schulung zum Microsoft Certified Programmer machen? Dann ist man auch kein vollwertiger Informatiker und kennt sich nur in einem sehr begrenzten Bereich aus, der nach paar Jahren vielleicht völlig irrelevant ist, wie es z.B. mit Visual FoxPro der Fall war. Also, das Thema ist eigentlich, ob ein Studium sinnvoll ist und ob es Alternativen gibt. Meiner Überzeugung nach gibt es überhaupt keine sinnvollen Alternativen, wenn man die Möglichkeit hat, zu studieren. Wer auf ein Studium verzichtet, verbaut sich von vornherein sehr sehr viel.

So, jetzt nochmal was zu dem Thema Business Anwendungen/"fortgeschrittene Algorithmen". Es gibt in der Tat sehr viele Informatiker/Programmierer, die die ganze Theorie aus dem Studium niemals brauchen werden. Aber das sind nicht die meisten, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Natürlich kann man in eine kleine Firma gehen und sein Leben lang dieselben 0815 Datenbankanwendungen in VB/C# schreiben. Aber es gibt noch weit mehr Einsatzbereiche für Informatiker, und das sind wirklich nicht wenige. Und da braucht man auch viel Theorie aus dem Studium. Ich selber habe schon alles mögliche gebraucht, und ich kenne viele, die z.B. mit Embedded Systemen arbeiten (und das sind vielleicht zahlenmäßig mehr, als Business Anwendungen Entwickler), die auch sehr komplexe Sachen machen und brauchen.
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marco.b
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Zitat von Coder007
Natürlich kann man in eine kleine Firma gehen und sein Leben lang dieselben 0815 Datenbankanwendungen in VB/C# schreiben. Aber es gibt noch weit mehr Einsatzbereiche für Informatiker, und das sind wirklich nicht wenige. Und da braucht man auch viel Theorie aus dem Studium. Ich selber habe schon alles mögliche gebraucht, und ich kenne viele, die z.B. mit Embedded Systemen arbeiten (und das sind vielleicht zahlenmäßig mehr, als Business Anwendungen Entwickler), die auch sehr komplexe Sachen machen und brauchen.

Im Prinzip hast du jetzt ziemlich genau obige Aussage von mir wiederholt, fasst aber im gleichen Post obige Diskussion als off-topic zusammen.
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marco.b
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Zitat von zommi
Wenig theoretische Informatiker, wenig Mathematiker! (...) was das Hauptproblem ist, ist Professionalität. Wir wissen ja noch nicht einmal, wie Software zu entwickeln ist. Wie wir es schaffen, dass der Code nicht nach einem Jahr weggeschmissen werden muss.

Und? Wir wissen auch nicht, ob NP != P ist. Software Engineering ist EINE der VIELEN Forschungsfeldern der jungen Wissenschaft Informatik. Die Universitäten haben den Auftrag, Forschungsnachwuchs heranzubilden. Ein Informatikstudium an der Universität ist keine Berufsausbildung. Wer Praxis will, der geht an die FH oder gar BA.
Bloß nicht NOCH weniger theoretische Informatiker. Es gibt genug Praktiker, die nach jedem Satz "und für was soll das jetzt gut sein" fragen müssen, nur weil man in einem Modell ein Quäntchen zu viel abstrahiert hat.

Es ist NICHT Aufgabe der Universität, stabile Software zu erschaffen!!
Zitat von zommi
Arbeiten mit modernen Technologien halten Einzug in den Lehrplan.

Juhu, endlich Wissen, mit dem man in fünf Jahren nichts mehr anfangen kann. Was heute SCRUM ist, ist morgen MURCS.
Zitat von zommi
Echtes Algorithmen-Design machen die Doktoranden/Post-Docs an den Unis oder in den Industrie-Labs der großen Unternehmen.

Wenn du so über dich selbst und deine Wissenschaft denkst, tust du mir leid. Also ich und Informatiker die ich kenne betreiben Algorithmendesign. Wir machen auch stochastische average-case Analysen und beweisen Korrektheit.
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zommi
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Hi,

meinen obiger Beitrag bezieht sich im ersten Abschnitt auf das Thema das Titels "Informatik-Studium sinnvoll/nützlich?". Ich hoffe, ich konnte die Vorzüge eines Studiums herausarbeiten.

Den zweiten Teil habe ich ja bereits wie folgt eingeleitet:
Zitat
Über das Inhaltliche lässt sich hingegen vortrefflich streiten.
Vielleicht sollten dafür ein neuer Thread eröffnet werden? Ähnliche Themen wären auch: Müssen Programmierer Mathematik-Genies sein? oder Mathematik - Fluch oder Segen?.
Zitat von marco.b
Ein Informatikstudium an der Universität ist keine Berufsausbildung. Wer Praxis will, der geht an die FH oder gar BA.
Da ist es wieder reflexartig, das Argument, was alles so schön in ihre Schubladen zurückdrängt :D

Ein bischen muss die Uni aber schon den Beruf im Auge haben. Der Staat fördert die Uni. Vielleicht, weil am Ende fähige Leute für die Wirftschaft herauskommen sollen... mh.. quatsch!
Ne aber ehrlich, ein wenig berufs-orientiert muss die uni schon sein. Auch wenn der "Wissenschaftsaspekt" in den Hochschulgesetzen sehr präsent ist, ist nunmal Fakt, dass nicht jeder "Wissenschaftler" wird. In Berlin studieren 100.000 an Universitäten. Es arbeiten (forschen) aber nur 20.000 dort. Die andern 80% -> Wirtschaft.
Ich finde, dass die Uni die Wissenschaftlichkeit einfach vermitteln soll. Und wenn nun einmal 80% in den Beruf danach gehen, dann zentriert darauf. Und die 20% die dann dort bleiben, forschen, promovieren müssen eh sich auf das aktuelle Forschungslevel hocharbeiten. Das schafft eh kein Bachelor/Master-Studium.

Zitat von marco.b
Also ich und Informatiker die ich kenne betreiben Algorithmendesign. Wir machen auch stochastische average-case Analysen und beweisen Korrektheit.
Halt Algorithmen-Design. Aber auch hier die ehrliche Frage: Wie oft trift man auf solche Probleme? Wie ist das Verhältnis in LOCs in Windows zwischen den knackigen, algorithmischen Problemen und dem "Rest"?
Du hast ja selbst auch eingesehen:
Zitat von marco.b
Software Engineering ist EINE der VIELEN Forschungsfeldern der jungen Wissenschaft Informatik.

Nur aus einem höheren Standpunkt betrachtet, ist der Teil der Informatik-Welt, der sich mit Software-Engineering rumschlagen muss eben vieeeel schneller gewachsen, als der Teil, der sich mit P!=NP rumschlägt. Dem muss die (universitäre) Ausbildung meines Erachtens Rechnung tragen. Hier hat sich ein riesiges Feld aufgetan, dass wissenschaftlich nicht ausreichend untermauert ist.

beste Grüße
zommi
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[offtopic]
Zitat von marco.b
Im Prinzip hast du jetzt ziemlich genau obige Aussage von mir wiederholt, fasst aber im gleichen Post obige Diskussion als off-topic zusammen.

Ich weiß, du hast Recht. Ich hab deine Aussagen gelesen und bin damit weitgehend einverstanden. Trotzdem finde ich das hier ein bisschen offtopic, aber wenn schon alle anderen was dazu schreiben, dann will ich das auch mal :)
[/offtopic]
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Moderationshinweis von herbivore (27.07.2011 - 22:17)

gfoidl hat es schon weiter oben angemahnt und verschiedene Andere haben eingestanden, dass es hier langsam off-topic wird. Es wäre aber schade, wenn der an sich sehr nützliche und hilfreiche Thread verwässern oder ganz abdriften würde.

Natürlich muss man, um die Frage beantworten zu können, ob ein Studium sinnvoll ist, bis zu einem gewissen Grade klären, ob bzw. wo man das, was man im Studium lernt, später einsetzen kann. Das ist ja aber nun auch schon ausführlich passiert. Das muss reichen.

Bitte kommt wieder enger zum Thema zurück und bleibt eng beim Thema. Schreibt bitte ab hier nichts mehr, von dem ihr selber denkt, dass es offtopic sei.

Levion
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Ich bin Fachinformatiker für AE und habe (nach meiner Ausbildung) 5 Jahre in meiner Ausbildungsfirma gearbeitet. Jetzt werde ich ab September studieren (Wirtschaftsinformatik). Meine Motivation für die Entscheidung war im wesentlichen, dass ich das Gefühl hatte, mich anders nicht mehr weiterentwickeln zu können. Ich habe immer neben meiner Arbeit auch eigene Projekte verfolgt und mir auch andere Sprachen und Technologien angeeignet, das reicht mir aber nicht. Zum Thema Studium oder nicht hat mein Fachbereichsleiter der FH einen interessanten Satz gesagt.

"Die Frage ob Studium oder nicht, ist die Frage, ob man Maurer oder Architekt sein will."

Das beantwortet sicher nicht die Frage ob eine engagierte Fachinformatiker kompetenter ist als ein mittelmäßiger Informatik Bachlor und ist sicher auch ziemlich provokant, es steckt aber vielleicht ein quentchen Wahrheit drin ... ich werd's sehen ;)

Gruß

Levi
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Boris0815
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Zitat von Seyyedi
Mich würde sehr interessieren, wie diejenigen, die ein Studium im Bereich Informatik bereits machen / abgeschlossen / abgebrochen haben den "Nutzen" für professionelles berufliches Software entwickeln sehen, oder selbst erfahren haben.

Ich habe selbst Informatik an der FH studiert (erfolgreich ) Voreher hatte ich schon eine Ausbildung gemacht, die aber nichts mit Informatik zu tun hatte. Habe aber schon seit Kindheit ein großes Interesse an der EDV.
Vor dem Studium hatte ich ein wenig Erfahrung in C/C++, was ich mir selber begebracht habe.
Im Studium habe ich dann viele Themenbereichen der Informatik kennengelernt, die man im Selbststudium wahrscheinlich garnicht mitbekommt. Was man in einer Berufsausbildung Informatik an Themengebieten kennenlernt, kann ich nicht vergleichen.
Was ich allerdings sagen kann, dass man im Studium zwar viele Themengebiete kennenlernt, aber was man daraus macht ist das entscheidende. Durch eine Prüfung zu kommen ist das eine, aber das Wissen auch zu behalten, oder sinnvoll einzusetzen das andere. Überspitzt gesagt:
Wenn man sich neben dem Studium nicht mit der Materie auseinander setzt, bringt das Studium am Ende evtl. "nur" den Abschluß.

Ich habe im Studium einige Kommilitonen kennengelernt, die auch den Abschluß bekommen haben, aber heute noch nicht verstehen was der Unterschied zwischen einer Klasse und einem Objekt ist.

Über kurz oder lang, ein Studium ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn man das richtige daraus macht.

gruß

Boris
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gfoidl
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Hallo,

ganz allgemein und nicht auf Informatik bezogen:
Den Vorteil eines Studium sehe ich darin dass man mit Themen konfrontiert wird die man beim autodidaktischen Lernen gerne außen vor lässt, da man nicht versteht wozu das gut sein soll und/oder gar nicht daran denkt dass es sowas überhaupt gibt.
Selbst beim Studium taucht diese Frage auf, aber nach gewisser Zeit erkennt man wozu das damals so gebracht wurde. Es wird einfach ein sehr breites und stabiles Fundament vermittelt - wie man dann darauf das Haus baut muss wiederum jeder selbst wissen bzw. dann im Job (der auch Forschung umfasst) lernen.


mfG Gü

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Blacal
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Hallo Kollegen,

jetzt will ich auch einmal kurz ein paar Worte dazu sagen.
Für mich persönlich war diese Entscheidung vor 1-2 Jahren auch ein großes Thema. Ich bin ausgebildeter Fachinformatiker und jetzt ca. 4 Jahre im Beruf tätig (nach der Ausbildung). Am Ende habe ich mich für einen ganz anderen Weg entschieden. Seit ca. einem Jahr mache ich ein Fernstudium Logistik, und bin/bleibe nach wie vor als Softwareentwickler tätig und kann mich dabei auch gut weiterentwickeln. Warum?
  • Den Mehrwert des Informatik-Studiums sah ich - zumindest verglichen mit der höhe der dafür notwendigen Investition - für mich als nicht sinnvoll. In diesem Bereich habe ich mich dazu entschieden, mich privat und/oder durch die Arbeit selbst weiterzubilden. Und neue/interessante Themen habe ich zuhauf rumliegen :-)
  • Ich habe mehr nach etwas gesucht, was mein Wissen sinnvoll ergänzen kann. Daher wollte ich etwas machen, was mehr in wirtschaftliche Richtung geht. Quasi um ein Gefühl dafür zu bekommen, was außerhalb der Programmierung noch eine Rolle spielt.
  • Gut, Logistik zu guter letzt, weil ich großteils im Logistik-Bereich tätig bin ;)


Jetzt nach einem Jahr Fernstudium bereue ich diesen Schritt nicht. Ganz im Gegenteil. Man kann ganz anders arbeiten, wenn man auch die Hintergründe seiner Arbeit kennt und auch zukünftige Entwicklungen abschätzen kann.

..war jetzt als kleiner Denkanstoß in eine ganz andere Richtung gedacht. Ich finde, man braucht bei Studium auch als Programmierer nicht immer zwingend an Informatik denken. Auch wenn es zunächst etwas kurios klingt.

Gruß
Roland
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bredator
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Für mich war es relativ schnell absehbar, dass ich kein Studium würde machen können. Zum einen, weil es für mich schlichtweg nicht finanzierbar war, zum anderen weil ich während dem Abitur leider schon festgestellt habe, dass durchgängiges Lernen mit keinem oder nur geringem Praxisbezug für mich eine Hürde darstellt, die ich nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand würde meistern können. Ich hatte mich daher zu einer Ausbildung zum IT-Systemelektroniker entschieden und mache inzwischen eine zweite Ausbildung zum Fachinformatiker-Anwendungsentwicklung, da hier der Praxisbezug doch etwas mehr gegeben ist.

Klar, auch bei einem Studium wäre hier und da Praxis angesagt. Sei es durch Praxissemester oder durch eigenständiges Arbeiten nebenher. Allerdings gerade der teilweise übertriebene Mathematikanteil hat mich dann trotzdem abgeschreckt (nicht, dass es überhaupt groß zur Diskussion stand, da es eh nicht finanzierbar gewesen wäre).

Wie schon erwähnt wurde, bietet einem ein Studium wohl hauptsächlich dadurch einen Vorteil, dass man Probleme auch aus anderen Blickwinkeln erfassen und lösen kann (an dieser Stelle mal noch unabhängig davon, ob es auch bessere Lösungen sind). Dadurch, dass einem ein breit gefächertes Themenspektrum mitgegeben wird, ob man will oder nicht, ergibt sich das automatisch. Allerdings sehe ich nicht, dass ein FIAE dadurch ebenso automatisch zum "dümmeren Programmierknecht" wird. Ganz im Gegenteil. Hier in der Firma ist der FIAE eher die wertvolle Ergänzung zu den studierten Kräften, die zwar allerlei theoretische Ansätze haben, aber bei der praktischen Umsetzung meist nicht allzu schnell Erfolge verbuchen können. Dafür geben sie den FIAE öfters mal ganz nützliche Lösungsansätze mit, auf diese die nicht von allein, oder nur mit sehr viel Zeit und Arbeit, gekommen wären.

Ein Studium ist, von meiner Seite abschließend formuliert, immer nützlich und auch sinnvoll, aber nicht zwangsweise notwenig. Alternativen wären gerade eine Ausbildung zum FIAE mit enormer Eigeninitiative, was persönliche Fortbildung angeht. Aber ich denke, ohne diese enorme Eigeninitiative ist weder ein Studium noch eine vernünftige Berufsausbildung wirklich sinnvoll oder machbar. So kann man nicht allgemeingültig feststellen, ob ein Studium immer der "richtige" und bessere Weg ist, da es doch vom Einzelnen abhängt. Manche können ein Studium gar nicht in Erwägung ziehen (ich), andere zieht die breite Theoriebasis geradezu magisch an. Wie gesagt, es ist von Fall zu Fall verschieden und allgemein nicht formulierbar.
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Auch wenn ich in meinem Ersten Post davon gesprochen habe, das in einem Studium manchmal unqualifiziertes Personal produziert wird, sehe ich es absoluten Vorteil an wenn man ein Studium hat.

Wie einer der Vorredner sagte es liegt am Individuum!
Wenn einem Programmiern (Software entickeln) gefällt wird er die Studienzeit nützen und sich neben dem Studieren die, von einigen bemägelte fehlende Praxis, aneigenen.

Wenn er mit dem Studium fertig ist, privat einen ->funktionierenden<- ORMapper geschrieben hat, vielleicht dazu ein passenden WCF-Service, dann bekommt er jeden Job für den er sich bewirbt. Zumindest ich nehm so einen mit Handkuss und der erste Kaffee geht auf mich.

Fazit: Wenn man es richtig macht (mit Ehrgeiz!), dann ist das die best investierte Zeit in Deinem Leben
mbg
Rossegger Robert
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Montag morgen ist die beste Zeit um eine erfolgreiche Woche zu beginnen
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Ich stehe kurz vor dem Ende meines Studiums und habe immer noch eine zwiesplatige Meinung darüber.

Auf der einen Seite Frage ich mich, was ich überhaupt gelernt habe und ob mir das jemals etwas bringen wird. Andererseits bin ich natürlich auch Stolz auf mein Studium und hoffe das ich viel brauchbares mit auf den Weg bekommen (bzw. mitgenommen) habe, dass mir nicht zwangsläufig aktuell bewusst ist.

Zum Thema Softwareentwicklung und Studium würde ich mich der Meinung anschließen, dass ein Studium noch lange keinen guten Entwickler hervorbringt. Dazu waren die Anforderungen einfach zu flach. Jedoch sehe ich die Grundlagen für die Ausbildung eines Softwareentwicklers als gegeben an. Und das, denke ich, ist auch u.a. der Sinn an einem Informatik-Studium. Quasi vielfältige Grundlagen vermitteln und die Chancen eröffnen Interesse für eine Spezialisierung zu finden. Dazu gehört dann natürlich ein weiterer Ausbildungsprozess, der parallel zum Studium (möglicherweise selbstständig) verläuft und/oder danach verfolgt.

... Jetzt habe ich den Faden verloren :)
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Jack Sun
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Ich hab letztes jahr ein Duales Informatikstudium an der BA-Leipzig angefangen und bin dabei recht glücklich, dadurch das ich den Praxispartner habe kann ich während der Theoriephasen recht gut Praxiserfahrung sammeln, das ich von meinem Praxispartner auch bezahlt und anschließend gute chancen auf übernahme habe ist zwar nicht garantiert, aber sehr wahrscheinlich wenn man an den richtigen gerät.
Der Nachteil ist nur das in meiner Studiengruppe / der BA die Organisation nicht so gut ist wie ich es von der normalen Uni höhre. auch Freizeit ist relative Mangelware, da ich während der Praxisphase ne 40h woche habe.

Aber trotzdem kann ich ein BA-Studium eig. nur empfehlen, da man wie gesagt, sehr einfach nachweißbare Praxiserfahrung sammelt, was bei (ich formulier es mal so) freien Studenten nciht so einfach ist, da die sich ihre Praxisprojekte selber suchen müssen...
und so stellt sich wieder einmal die Frage: Warum klappt das nicht gleich so gut?
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Yellow
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Moderationshinweis von herbivore (09.09.2011 - 11:08)

Der Beitrag stand ursprünglich in Hilfe bei der Wahl der Hochschule bzw. Art der Ausbildung (Uni, FH, BA, ...), passt aber inhaltlich besser in diesen Dauerbrenner-Thread, erst recht nach der Reaktion von ProgrammierTroll.


Hallo Pico1184,

ich bin ein klarer Fürsprecher für die Duale Hochschulen (früher BA), bin selbst Absolvent und würde diese Studienform erneut wählen. Ich habe das Studium selbst auch nicht als zu stressig empfunden und profitiere noch heute davon. Allerdings ist es sehr wichtig ein gutes und verlässliches Partnerunternehmen zu finden, da das besondere an dieser Studienform die Verknüpfung der Theorie mit der Anwendung in der Praxis ist. Zumeist winkt nach dem Studium eine Übernahme in ein festes Arbeistverhältnis durch das Partnerunternehmen - in der heutigen Zeit sicherlich ein interessantes Argument, auch um Berufserfahrung zu sammeln. Ich hatte aber auch Studienkollegen und -kolleginnen die mit der Dualen Hochschule nicht so glücklich waren und das nächste Mal sicherlich eine andere Studienform wählen würden. Diese haderten mit der sehr begrenzten Möglichkeiten der Kurswahl, dem Termindruck und der Kompression mit der Stoff in die Köpfe der Studenten vermittelt wurde. Auch solltest du von der Fachrichtung überzeugt sein, da ein Wechseln mitten in einem dualen Studium nicht so einfach möglich ist.

Hör' auf deinen Bauch, entscheide dich für das was die am Besten geeignet scheint und Blick nicht wehmütig auf den anderen Weg zurück wenn der eingeschlagene mal nicht so schön aussieht.

-yellow

[Edit: Schreibfehler korrigiert...]
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Yellow am .
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ProgrammierTroll
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Hallo Yellow,

zur Ausbildung einer BA hätte ich mal einige Fragen:

- Ich selbst hatte in meiner Studienzeit einen Dozenten, der sowohl bei uns als auch an einer BA lehrte. Er sagte, erkönne nur 2/3 des Stoffes, den er bei uns lehrte an der BA vermitteln und das Niveau sei eher gehobenes Abitur-Niveau.

Konntest du dich trotzdem gut in der Praxis zurechtfinden, musstest du Wissen nachholen?


- Ist die Ausbildung eine spezielle zum Software-Entwickler oder m.aW., ist die Informatik-Ausbildung bei einem BA-Studium so flexibel, dass man auch in andere Bereiche der Informatik neben der Software-Entwicklung wie Datenbanken, Systemanalyse etc. problemlos einsteigen kann?

- Wie stark ist die Ausbildung auf das kooperierende Unternehmen ausgerichtet? Lernt man dort spezielle Dinge, die man so nur in diesem Betrieb vorfindet? Ich hab nämlich gehört, dass es oft schwieriger ist, in ein anderes Unternehmen zu wechseln, bei dem man selbst nicht ausbildet wurde.

Gruß
ProgrammierTroll
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Jack Sun
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@ ProgrammierTroll:

Ich hoffe es macht dir nichts aus, dass ich auch meine Sicht zu deinen Fragen gebe.

Das mit der Stoffmenge kann ich so für meine Einschätzung betätigen, aber du darfst dabei nicht außer acht lassen, das BA-Studenten nur das halbe Semester im Hörsaal sind, da muss man auch als Dozent und als Student Abstriche machen in der Menge und im Niveau des vermittelten Stoffes machen.

In der Praxisphase komme ich für meinen Teil recht gut zurecht, was aber auch daran liegt, dass ich da andere Sachen mache als in der Theoriephase.

Inwieweit die anderen Bereiche abgegriffen werden kann ich noch nicht beurteilen, aber wir haben in der Theorie bisher nicht nur Programierung, sondern auch schon Teile der anderen Bereiche als Vorlesungsthemen gehabt (ich komme jetzt "erst" in das 3te Semester)

Die Theoretische Ausbildung ist Universell ausgerichtet, die Ausbildung im Betrieb ist Verständlicherweise vom Betrieb und dessen Handlungsfeld bestimmt. Aber auch da ist es Vom Betrieb (bzw. vom Ausbilder) abhängig, was er dir beibringt. Beispielsweise arbeite ich an C# Projekten, während mein Komilitone (selber studiengang & Betrieb) mit ganz anderen Aufgaben konfrontiert wird.

Ich hoffe ich konnte dir deine Fragen schon zumindestens etwas beantworten...

MFG
Jack Sun
und so stellt sich wieder einmal die Frage: Warum klappt das nicht gleich so gut?
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Coder007
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Ich möchte noch darauf hinweisen, dass ich beim dualen Studium die Gefahr sehe, dass man sich zumindest teilweise zu stark auf ein bestimmtes Thema spezialisiert und eine weniger universelle Ausbildung bekommt. Zum einen, weil man nur in einer einzigen Firma arbeitet, zum anderen, weil man dann die Vorlesungen wählt (sofern das überhaupt möglich ist), die einem auch in dieser einen Firma nützlicher erscheinen. So hat man gleich eine etwas eingeengte Sicht und es fehlt einem evtl. wieder schwerer, auf etwas anderes umzusteigen. Und die "praktischen" Sachen, die man im Betrieb lernt, sind in unserer Branche doch eher sehr kurzlebig...
Wenn man sich hingegen nicht auf eine einzige Firma festlegt, hat man die Möglichkeit, neben dem Studium in mehreren unterschiedlichen Unternehmen als Werkstudent zu arbeiten und vielleicht völlig unterschiedliche Bereiche kennenlernen und sich erst später entscheiden, was einem nun mehr Spass macht.
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Yellow
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Hallo Programmiertroll,
Zitat von ProgrammierTroll
zur Ausbildung einer BA hätte ich mal einige Fragen:

korrekterweise handelt es sich bei der Dualen Hochschule um ein Studium und nicht um eine Ausbildung.
Zitat von ProgrammierTroll
- Ich selbst hatte in meiner Studienzeit einen Dozenten, der sowohl bei uns als auch an einer BA lehrte. Er sagte, erkönne nur 2/3 des Stoffes, den er bei uns lehrte an der BA vermitteln und das Niveau sei eher gehobenes Abitur-Niveau.

Nun ja, was soll ich dazu sagen, wie du dir sicher denken kannst hatte ich ebenfalls Dozenten die sowohl an der BA als auch in anderen Institutionen wie Fachhochschulen und Universitäten lehrten. Diese ließen keine Vorlesung ungenutzt um sich über das mangelnde Niveau der Studenten der anderen Institutionen zu beklagen, so zum Beispiel in meinen Wirtschaftsmathematik- und Statistikvorlesungen. Wer hat nun recht? Alle? Keiner? Ich habe es nie nachgeprüft und finde sowieso dieses Gehabe nervig – und denke eine Vertiefung dieser Diskussion würde alsbald „offtopic“ in Grabenkämpfen enden. Daher möchte ich hierauf gar nicht näher eingehen. Allerdings sei zum Abitur-Niveau noch gesagt, ich habe mein Abitur ohne programmierbaren Taschenrechner in Mathematik und Physik gemacht und bereits hier wird man schon Unterschiede finden über die es sich streiten ließe.

Sicherlich ist der Stoff an einer BA nicht so umfangreich und detailverliebt wie an einer Universität, aber das ist auch gar nicht das Ansinnen dieser Hochschulform. Viele Uniabsolventen sagen sie benötigen vielleicht 20% dessen was sie an der Universität gelernt haben für ihr späteres Leben – was im Umkehrschluss heißen würde - 80% sind für umsonst (das dem nicht so ist, ist mir durchaus bewusst und muss auch nicht näher in hitzigen Diskussionen erörtert werden). Sollte es da also kein Potential zur Stoffreduzierung geben? Gegeben sehe ich dennoch die Tatsache dass vergleichbare Stoffmenge in wesentlich kürzerer Zeit vermittelt wird. Mehr zur Idee hinter den Dualen Hochschulen findest du beispielsweise in DHBW Mosbach » Wir über uns » Die Idee » Das Duale Studium kurzgefasst. Für mich ist beispielsweise die Interaktionsmöglichkeit mit den Dozenten aus der Praxis (bei Kursgrößen < 30 sehr gut möglich) ein sehr wertvoller Informationsgewinn gewesen von dem ich heute noch zehren kann.
Zitat von ProgrammierTroll
Konntest du dich trotzdem gut in der Praxis zurechtfinden, musstest du Wissen nachholen?

Wissen nachholen muss ich tagtäglich, mit jeder neuen Aufgabe, mit jedem neuen Projekt, das war so, das ist so und das wird immer so bleiben. Einer meiner Leitsprüche ist folgender: Man muss nicht alles wissen, es reicht wenn man weiß wo es steht. Getreu dem Motto habe ich an der BA ebenfalls gelernt mir Wissen schnell bei Bedarf anzueignen. Diese Fähigkeit benötige ich heute sehr oft. Daher möchte ich sagen: Ich konnte mich gerade deswegen in der Praxis gut zurechtfinden.
Zitat von ProgrammierTroll
Ist die Ausbildung eine spezielle zum Software-Entwickler oder m.aW., ist die Informatik-Ausbildung bei einem BA-Studium so flexibel, dass man auch in andere Bereiche der Informatik neben der Software-Entwicklung wie Datenbanken, Systemanalyse etc. problemlos einsteigen kann?

Es gibt verschiedene Studiengänge, ich habe mich seinerzeit für Wirtschaftsinformatik entschieden. Dieses Studium umfasst sowohl Themen aus der Informatik als auch Themen aus der Betriebswirtschaft und rückblickend würde ich sagen, genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die Flexibilität ist relativ und hängt auch stark von den eigenen Interessen ab. Als Wirtschaftsinformatiker habe ich sicherlich nicht die tiefen Kenntnisse in Netzwerkstrukturen wie sie ein Informationstechniker sicherlich haben wird, aber ich bin auch nicht völlig ohne Kenntnisse. Nur wenn das mein Ziel gewesen wäre, hätte ich mir auch eine anderen Studiengang wählen müssen.

Eines steht für mich zweifellos außer Frage, wenn jemand in die Forschung gehen möchte ist er sicherlich an der Universität besser aufgehoben.
Zitat von ProgrammierTroll
Wie stark ist die Ausbildung auf das kooperierende Unternehmen ausgerichtet? Lernt man dort spezielle Dinge, die man so nur in diesem Betrieb vorfindet? Ich hab nämlich gehört, dass es oft schwieriger ist, in ein anderes Unternehmen zu wechseln, bei dem man selbst nicht ausbildet wurde.

Das Studium ist weniger an das kooperierende Unternehmen als mehr die Branche in der das Unternehmen operiert ausgerichtet. Bei mir war es ein Handelsunternehmen und somit wurde der betriebswirtschaftliche Teil mit dem Schwerpunkt Handel vertieft. Der praktische Teil des Studiums ist sicherlich auf das kooperierende Unternehmen ausgerichtet, anders kann ich mir das nicht vorstellen, und empfinde das sogar als Vorteil. Sicherlich gibt es hier bessere und schlechtere Kooperationspartner, aber ist das nicht überall so? Auch lernt man sicher spezielle Dinge die eventuell nur in sogenannten Nischen eingesetzt werden, aber auch die kooperierenden Unternehmen haben Richtlinien die die vermittelten Kenntnisse umreisen. Auch kann nicht jedes Unternehmen einfach BA-ler ausbilden, sondern muss sich ebenso bewerben wobei geprüft wird ob das Unternehmen dieses auch kann. Von Wechselschwierigkeiten ist mir nichts bekannt, meine Erfahrungen bisher bestätigen eher das Gegenteil.

Ein Studium gleich welcher Art ist für mich immer nur der Einstiegspunkt - hernach zählt in unserer Branche eigentlich nur noch die Berufserfahrung und bei großen Unternehmen auch noch das Vorhandensein eines Studienabschlußes (wobei die Fachrichtung - auch Fachfremd - eher zweitrangig ist).

-yellow

PS: Das sind meine Erfahrungen, die eines anderen mögen gänzlich anders sein.
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Meine Fragen bitte nicht falsch verstehen. Ich will keine Grabenkämpfe oder sinnloses Bashing anheizen.

Es ist nur so, dass ich im Bekannten-/Freundeskreis immer mal wieder gefragt werde, was ich von dem oder jenem Studiengang halte oder empfehle. Bisher habe ich Leuten, die sich ein praxisorientiertes Studium wünschen, immer zur FH geraten. Das wird sich aber wohl ändern, denn ganz offensichtlich scheint so ein BA-Studium ein durchaus gute Alternative zu sein.

Als ich studierte, war es auch noch so, dass die Abschlüsse, die eine BA verlieh, keine akademischen Grade waren. Das bedeutete, dass man mit einem Bachelor von der BA keinen Master mehr an einer FH oder Uni machen konnte. Auch das scheint sich nun geändert zu haben, da einige BAs ja jetzt Hochschulrang haben.

Mit Wissen nachholen meinte ich auch was anderes. Ich kenne einige Absolventen von FHs, die nach ihrem Abschluss Defizite im mathematisch/algorithmischen Bereich hatten und deshalb gezwungen waren, solche Kenntnisse in Eigenregie neben der Arbeit am Wochenende zu erwerben. Gerade solche elementaren Grundlagen, die eine hohe Komplexität besitzen, sind IMHO einfacher im Rahmen eines Studium zur erlernen als autodidaktisch.
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Hallo ProgrammierTroll,
Zitat von ProgrammierTroll
Meine Fragen bitte nicht falsch verstehen. Ich will keine Grabenkämpfe oder sinnloses Bashing anheizen.
dich wollte ich mit meinen Hinweisen auf die Grabenkämpfe garnicht meinen, sondern nur generell darauf hinweisen, dass Grabenkämpfe unangebracht wären.
Zitat von ProgrammierTroll
Es ist nur so, dass ich im Bekannten-/Freundeskreis immer mal wieder gefragt werde, was ich von dem oder jenem Studiengang halte oder empfehle. Bisher habe ich Leuten, die sich ein praxisorientiertes Studium wünschen, immer zur FH geraten. Das wird sich aber wohl ändern, denn ganz offensichtlich scheint so ein BA-Studium ein durchaus gute Alternative zu sein.

Das freut mich wenn ich dich mit meiner Argumentation davon überzeugen konnte die Dualen Hochschulen (so heißen die Berufsakademien ja auch neuerdings) als Alternativen anzusehen. Auf welche Form der Hochschule die Wahl fällt steht dann ja auf einem anderen Blatt.
Zitat von ProgrammierTroll
Ich kenne einige Absolventen von FHs, die nach ihrem Abschluss Defizite im mathematisch/algorithmischen Bereich hatten und deshalb gezwungen waren, solche Kenntnisse in Eigenregie neben der Arbeit am Wochenende zu erwerben. Gerade solche elementaren Grundlagen, die eine hohe Komplexität besitzen, sind IMHO einfacher im Rahmen eines Studium zur erlernen als autodidaktisch.

das würde in diesen Fällen bei Absolventen der Berufsakademie bestimmt nicht anders sein, nur würde ich Uniabsolventen davon nicht zwingend ausschließen wollen. Eine weitere Frage ist wie hoch der prozentuale Anteil derjenigen ist, die später auf spezielle mathematische/algorithmische Kenntnisse zurückgreifen müssen, die sie ausschließlich bei der universitären Studienform erwerben konnten. Ich denke dieser ist gering. Sehr beachtenswert an dieser Stelle finde ich das Engagement deiner Bekannten sich dieser Defizite in Eigenregie anzunehmen und bei Bedarf Wissenslücken zu schließen.

-yellow
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Hallo Yellow,

danke für deine ausführlichen Antworten. Mir - und ich denke auch vielen anderen, die das hier lesen - hat das sicher viel gebracht.

Zitat
Eine weitere Frage ist wie hoch der prozentuale Anteil derjenigen ist, die später auf spezielle mathematische/algorithmische Kenntnisse zurückgreifen müssen, die sie ausschließlich bei der universitären Studienform erwerben konnten. Ich denke dieser ist gering

Sowas wie Korrektheitsbeweise von Code erstellen, Aufwandsklassen bestimmen oder komplexe Algorithmen verstehen/umsetzen, sind eigentlich Dinge, die man als Entwickler doch mal häufiger macht. Aber das ist wieder ne andere Diskussion...
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Moderationshinweis von herbivore (12.09.2011 - 08:15)

Zitat
Aber das ist wieder ne andere Diskussion...
Eben, sie sollte wenn dann z.B. in Mathematik in der Informatik: Wie stark wird sie benötigt? fortgesetzt werden, jedenfalls nicht hier.

Tomot
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In Funktionsplotter in C# wird über eine Gruppenarbeit, die im Rahmen meines Informatik-Studiums entstanden ist, berichtet.

Eventuell können/möchten dies auch andere von euch machen, um zu zeigen, welche "praktische" Seite eines Informatikstudiums bei euch aufgetreten ist.
mit freundlichen Grüßen,
Tomot

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s8jascho
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Hallo.

Ich denke ich werde hier auch mal meine Erfahrung kundtun. Vielleicht passt es hier auch nicht so ganz rein, da ich nicht Informatik studiere.

Ich habe usprünglich eine Ausbildung zum Informationselektroniker gemacht, nachdem ich nach dem Erwerb meiner mittleren Reife keinen Platz an einer weiterführenden Schule bekommen habe um mein Abitur zu machen.
Anfangs hat mir die Ausbildung unheimlich viel Spaß gemacht, da ich mich um so gut wie nichts kümmern brauchte. Der Anspruch war extrem gering und jeden Monat kam pünktlich meine Vergütung. Allerdings muss ich sagen, dass mir das dann doch relativ schnell auf die Nerven ging und ich mir darüber klar wurde, dass ich nicht mein Leben lang Handlanger sein will.
Durch die Ausbildung habe ich dann zum Glück die Möglichkeit gehabt meine Fachhochschulreife nachzuholen und konnte damit endlich ein Studium anstreben.
Zuerst habe ich mir Angewandte Informatik ausgesucht, da ich mit der Spezialisierungsrichtung der Medieninformatik stark geliebäugelt habe. Aber auch dort habe ich dann nach bereits zwei Semestern aufgehört, was allerdings hauptsächlich finanzielle und private Gründe hatte, aber auch inhaltlich nicht ganz das Richtige war.
Direkt im Anschluss jedoch habe ich dann mein Studium der Kommunikations- und Medientechnik (Nachrichtentechnik) begonnen und bin im Moment im 7. und letzten und damit in meinem Praxissemester.

Nun muss ich sagen, dass ich im Studium nicht viel Kontakt mit Softwaredesign und ähnlichen Sachen hatte und gerade das spüre ich im Moment unheimlich in meinem Praktikum. Vielleicht gibt es das ja in der Ausbildung zum Fachinformatiker, da kenne ich mich nicht aus? Ich habe im Studium Kontakt zu drei richtigen Programmiersprachen gehabt (C, C++ und Java). C++ und Java wurden im Projektgruppenverband absolviert. Wir hatten jeweils drei Projekte zur Auswahl und mussten uns eines davon aussuchen und in dem Rahmen dann auch bearbeiten. Was mir allerdings gefehlt hat war eine richtige Erklärung wie man so ein Projekt richtig durchzieht, aber das ist eine andere Geschichte. Zudem hatte ich Kontakt zu diversen anderen Sprachen wie zum Beispiel: (X)HTML, CSS, Flash, JavaScript, Assembler und Algorithmenentwicklung in Matlab. Ja ich weiß, es sind auch Scriptsprachen dabei, aber die helfen einem gerade in der Entwicklung mit WPF schon einiges weiter.

Nun bin ich in einer riesigen Firma als Praktikant in der Forschungsabteilung angestellt. Weltweit arbeiten in diesem Firmenbereich über 1000 Mitarbeiter, die Gesamtgröße liegt bei über 100.000 Mitarbeitern. Meine Aufgabe ist es eine Anwendungsentwicklung zu kreieren. Genau das aber nicht aus dem Grund weil ich unheimlich gut in der Softwareentwicklung bin (meine anderen Forenbeiträge sprechen da für sich :) ), sondern durch meine im Studium erlernten Fähigkeiten in der Nachrichtentechnik, Elektrotechnik und Physik. Daher fällt es mir besonders leicht komplexe Sachverhalte in der Sensorik oder ähnlichen Bereichen mit den erworbenen Fähigkeiten der Programmierung zu kombinieren und meine Aufgabe dennoch, zumindest bisher wer weiß was noch so kommen mag, zu aller Zufriedenheit zu lösen.

Nun, es wird vielleicht nicht so ganz klar was ich damit alles sagen will, daher versuche ich es seperat noch einmal.
Generell ist Informatik schön und auch gewiss sehr interessant und absolut praktisch. Allerdings kommt man ohne die Fähigkeit sich selbst Wissen anzueignen nicht sehr weit. Diese Fähigkeit lernt man im Studium sehr gut, denn man muss sich jedes Semester komplett neu auf weitere Module einstellen. Bei uns waren das im Schnitt 7 Module pro Semester, also am Ende nach 6 Hochschulsemestern 42 verschiedene abgeschlossene Prüfungen, für die man sich immer wieder neues und noch mehr Wissen aneignen muss. Davon vergisst man ganz schnell wieder die Hälfte, aber das ist auch nicht das Wichtige, das zu behalten, sondern eben diese Fähigkeit zu entwickeln und zu erwerben. Also die Fähigkeit sich eigenständig in komplexe Sachverhalte einzuarbeiten und diese zu überschauen. Diese Fähigkeit lernt man sicherlich nicht so gut in einer Ausbildung (mal von Ausnahmen abgesehen, denn die gibt es immer).

Daher von mir der Rat: Ausbildung machen und danach studieren. Es ist nicht unbedingt wichtig wenn man im Bereich der Informatik arbeiten will, dass man das auch studiert hat, viel wichtiger finde ich, dass man mehrere Bereich miteinander kombinieren kann. Was dann vielleicht fehlt sind Dinge wie Projektierung in Softwareprojekten, aber ich denke das ist einfacher anzueignen nach dem Studium in Eigeninitiative, als das Verhalten von micro-Schaltkreisen im Betrieb mit hochfrequenten Signalen, o.ä.

Grüße
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von s8jascho am .
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