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Politik trifft Git - Umbenennen des Master Branches
Abt
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Politik trifft Git - Umbenennen des Master Branches

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In diesem Forum ist Politik fehl ab Platz; trotzdem gibt es eine Bewegung, die durchaus auch die Entwickler betrifft.

Bezogen auf Black Lives Matters und der allgemeinen Bewegung gegen Rasissmus werden alle möglichen Ausdrucksweisen überdacht - und so auch der in Git geläufige master Branch.

Master wird hier mit der Unterdrückung in Verbindung gebracht, weshalb es alle möglichen Ambitionen gibt, dass hier eine Änderung stattfindet.
Persönlich habe ich master nicht mit der Unterdrückung in Verbindung gebracht; aber ich denke wenn man damit etwas Gutes tun kann, sollte man mitmachen.
Den Entwickler sollte es nicht groß stören.

Scott Hanselman hat als einer der ersten direkt eine Anleitung veröffentlicht, wie man den master Branch in Git umbenennt.
Easily rename your Git default branch from master to main

GitHub hat nun als erste größere Plattform den Weg weg von master hin zu einem neutralen Term angekündigt: main Branch.

GitHub to replace "master" with alternative term to avoid slavery references
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Andreas Adler
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Zitat von Abt
aber ich denke wenn man damit etwas Gutes tun kann, sollte man mitmachen.
Genau das darf bezweifelt werden; aber das wäre dann schon eine politische Diskussion, die wir hier wohl besser wirklich meiden sollten.
Zitat von Abt
Persönlich habe ich master nicht mit der Unterdrückung in Verbindung gebracht;
Eben. Und so geht es schätzungsweise 99,9% der Entwickler. Die Welt wird durch einen umbenannten Master-Branch auch nicht besser. Aber soll jeder machen, was er für richtig hält. Was zählt, ist wohl nur das gute Gefühl, zu den Guten zu gehören ...
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Abt
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Richtig, politische Beiträge werde ich löschen :-)
Zitat
Die Welt wird durch einen umbenannten Master-Branch auch nicht besser.
Das nicht, aber es tut auch nicht weh zumindest auf der Ebene etwas zum Wording beizutragen.
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Th69
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Der Begriff (sowie dessen Pendant) ist aber in vielen (IT-)Bereichen geläufig: Master/Slave.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Th69 am .
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Abt
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Richtig, und es gibt Ambitionen diese Begriffe in neutrale Formen umzugestalten.
Siehe verlinkten GitHub Beitrag.

Dein Wiki Beitrag hat dafür übrigens auch die Sektion Kritik an der Terminologie
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MarsStein
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Hallo zusammen,

also vorweg: die Diskussion in allen Ehren, und jeder sollte sich so seine Gedanken machen.

Aber bei technischen Begriffen wie hier bei den Branches oder dem von Th69 angesprochenen Master/Slave finde ich die Diskussion teilweise kleinlich bis peinlich.
Wahrscheinlich werden bestimmte Begriffe irgendwann vollkommen aus unserem Wortschatz verschwinden. Ob damit dann jemand geholfen ist, halte ich eher für fraglich.

Bin mal gespannt, wie dann in Zukunft z.B. Mastering/Remastering im Audiobereich genannt werden,
und wie lange man die Begriffe "herrlich" und "dämlich" noch verwenden darf (ok, das ist eine andere Baustelle, aber ähnlich geartet) ...

Gruß, MarsStein
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von MarsStein am .
Non quia difficilia sunt, non audemus, sed quia non audemus, difficilia sunt! - Seneca
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Abt
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Was tut euch denn so weh einfach master in main umzubenennen? Kostet nen paar Sekunden Lebenszeit.
Geht's auch da kleinlich (ich verwende einfach das Wort wieder) um die Gewohnheit oder das Prinzip?
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MarsStein
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Hallo,
Zitat von Abt
Was tut euch denn so weh einfach master in main umzubenennen?
Gar nichts, ich werde das auch tun.
Zitat
Geht's auch da kleinlich (ich verwende einfach das Wort wieder) um die Gewohnheit oder das Prinzip?
Womit sich die Antwort darauf dann erübrigt.
Den Nutzen stelle ich trotzdem in Frage.

Gruß, MarsStein
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Moderationshinweis von Abt (15.06.2020 - 17:32:15):

Nochmal der Hinweis: ich lösche kommentarlos jeden rein-politischen Beitrag.

T-Virus
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Da mein letzter Kommtar wohl zu politisch war hier die Kurzfassung begrenzt auf den technischen Aspekt.

Es löst keine technischen Probleme, es löst auch keine weltlichen Probleme und ist eine reine wohlfühl Änderung.
Wenn sich jemand dadurch bessert fühlt, kann er es gerne machen.
Ich sehe weder eine technischen Notwendigkeit noch einen inhaltlichen Sinn darin.

Wenn wir uns demnächst alle technischn Begriffe, die irgend einen unpassenden Bezug haben könnten, entfernen, dürfte der Wortschatz der Informatik demnächst auf ein DIN A4 Blatt passen.

T-Virus
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Palladin007
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Was ist mit Variablennamen, die "master" oder "slave" enthalten?
Dann ist es auf einmal mehr als nur ein paar Sekunden Arbeit.

Momentan kümmere ich mich um keine Repositories, daher bin ich fein raus, aber selbst wenn:
Ich würde nichts ändern.
Zitat von MarsStein
[...] finde ich die Diskussion teilweise kleinlich bis peinlich.
Genau.
Das eigentliche Thema mag ja sinnvoll sein, aber dafür jetzt alle möglichen Begriffe ändern, nur weil man sie mit irgendetwas in Verbindung bringen könnte, bei dem vielleicht irgendwer auf die Idee kommt, sich deswegen angegriffen fühlen zu wollen ...
Nein danke.

Ich finde, altbekannte Begriffe sind gerade in der Softwareentwicklung sehr wichtig.
Master/Slave hat jeder schon mal gehört und viele wissen, was damit gemeint ist und wenn nicht, gibt's tausend und einen Artikel, in denen diese Begriffe verwendet werden.
Wenn man nun andere Begriffe einführt, hat man 1. mehrere Begriffe für das Selbe, denn man wird es nie ganz weg bekommen, und 2. das Problem, dass irgendwer etwas anderes verstehen könnte. Ob das nun bei "Master" und "Main" ein Problem ist, sei mal dahingestellt, aber wie benennt man nun "Slave" um, ohne dass dabei eine alsche Interpretation möglich ist? Und was ist mit den vielen anderen Begriffen, die in der Zukunft plötzlich politisch inkorrekt sind?

Ich finde, in der Softwareentwicklung hat kein politisches Thema etwas zu suchen.
Ich will, dass die Begriffe direkt ins Auge springen, die ins Auge springen sollen, ob sich deswegen nun irgendwer auf den Schlips getreten fühlt ... ja, dann soll der sich halt woanders auf den Schlips getreten fühlen.

Wir sehen ja, wie sich solche Begriffs-Diskussionen in letzter Zeit entwickeln.
Es folgt ein Thema auf das nächste und nach diesem Thema wird es noch zig weitere Themen geben, die man nicht Mal eben so ändern kann.
Wenn wir nun jeden dieser Trends mit machen und ständig irgendwelche Begriffe ändern ... ist das dann noch so egal, wie bei einem master-Branch?
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Abt
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Zitat von Palladin007
aber wie benennt man nun "Slave" um, ohne dass dabei eine alsche Interpretation möglich ist?

Die Kritik an master/slave gibt es schon Jahre - jetzt gibt es halt Handlungen.
Ein weit verbreiteter Ersatz dafür ist primary/secondary; bzw. in der Datenbank-Welt findet man oft primary/replica - schon sehr sehr viele Jahre.
Zitat von Palladin007
Ich finde, in der Softwareentwicklung hat kein politisches Thema etwas zu suchen.
So kannst Du überall argumentieren - und wirst immer verlieren.
Zitat von Palladin007
1. mehrere Begriffe für das Selbe
Hat man heute schon - mit dem aktuellen Status, dass "master" weiter verbreitet ist als "main".
Ziel ist es das Verhältnis zu ändern. Das wird nicht von Jetzt auf Nachher passieren.
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gfoidl
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Hallo,
Zitat
primary/secondary
Stellt genauso eine "Ordnungsrelation" dar wie master/slave.

mfG Gü
Stellt fachliche Fragen bitte im Forum, damit von den Antworten alle profitieren. Daher beantworte ich solche Fragen nicht per PM.

"Alle sagten, das geht nicht! Dann kam einer, der wusste das nicht - und hat's gemacht!"
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Palladin007
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Sprache impliziert zu einem gewissen Teil eine Wertung, das lässt sich nicht vermeiden.
Wenn man nun einen Ersatz-Namen für etwas findet, der eben diese Wertung bzw. Relation nicht darstellt, ist es mMn. kein guter Name.
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chilic
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Ernst gemeinter Rat.
Wenn euch jemand fragt, ob ihr einen Beitrag leisten könnt damit Menschen nicht mehr gedemütigt, beleidigt oder gar getötet werden, sagt um Himmels Willen bitte NICHT "ja, wir nennen Branches und Variablen um".
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Andreas Adler
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Zitat von Abt
Die Kritik an master/slave gibt es schon Jahre - jetzt gibt es halt Handlungen.
Die Tatsache, dass gerade jetzt medienwirksame Taten folgen, ist für mich ein Hinweis darauf, dass es sich letztlich nur um Marketingmaßnahmender entsprechenden dahinterliegenden Firmen handelt.

Genau so wie alle möglichen Firmen den (medialen) Höhepunkt der Corona-Pandemie dazu genutzt haben, durch entsprechende Give-aways (Software XYZ kostenlos für x Monate) Werbung zu machen.

Wem es wirklich um die Sache geht, der macht es einfach still und leise im Hintergrund. So wie wir ja schon festgestellt haben, dass in vielen Bereich als problematisch geltende Begriffe längst ersetzt wurden.

Mit Softwareentwicklung oder Verbesserung der Welt hat das meiner Meinung nach nichts mehr zu tun.

Vor allem sehe ich die Gefahr, dass es durch diese neue Dynamik kein Ende mehr geben wird. Ein Begriff wird dem nächsten zum Opfer fallen, am Ende haben wir Ausdrucksstärke unserer Sprache verloren.
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Abt
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Zitat von Andreas Adler
Genau so wie alle möglichen Firmen den (medialen) Höhepunkt der Corona-Pandemie dazu genutzt haben, durch entsprechende Give-aways (Software XYZ kostenlos für x Monate) Werbung zu machen.
Richtig, die gab es leider.

Im Falle der größeren IT-Firmen/Produkte ist das sukzessive bereits die letzten Jahre erfolgt (siehe zB Umbennen von master/slave auf primary/replica beim SQL Server in 2014 oder größere Projekte wie Drupal).
Microsoft und Google haben ja auch schon vor Jahren angekündigt von Blacklist/Whitelist auf Allowlist/Denylist umzuschwenken. Bei der Entwicklung des neuen Edge hat Microsoft hier auch alle Begrifflichkeiten von Chrome geändert.

Im Falle des Renames von master auf main bei GitHub gab es dazu keinerlei mediale Information, sondern eine Reaktion auf eine entsprechende Forderung der Community.

Man sieht: von "plötzlich" kann keine Rede sein.
Aber es dauert. Und solange es eben weiter solche Fälle gibt, wird man leider immer von "plötzlich" reden.
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Geaz
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Macht es wirklich so einen großen Sinn jetzt überall das Wort "master" zu ersetzen? Das Wort an und für sich ist ja nicht negativ belastet. Ich denke jetzt nur an den "Master" als akademischen Grad, oder den "Meister" in der Ausbildung. Wollen wir dort die Begriffe auch alle tauschen?

Bei master/slave ist es doch nur "schlimm", da diese Begriffe hier zusammen auftreten. Da wäre die Umbenennung gar nicht so blöd, aber bei Git?
Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Geaz am .
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Abt
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Dazu muss man wissen, dass historisch gesehen der Git "master" branch von Bitkeeper stammt und dort für den Term master/slave verwendet wurde.
Bei Bitkeeper hatte man auch explizit von master/slave Repositories gesprochen.

Bei Git gabs nie slave-Repositories; der Term master wurde jedoch beibehalten.
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Geaz
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TIL; Danke für die Info! Mit diesem Hintergrund macht es Sinn.
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Stefan.Haegele
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Zitat von Abt
Microsoft und Google haben ja auch schon vor Jahren angekündigt von Blacklist/Whitelist auf Allowlist/Denylist umzuschwenken.

Dann müssten wir z.B. den Vergaser, Schwarzfahrer oder z.B die Redewendung "Ich sehe schwarz" auch umbennen - dort ist aktuell viel zu viel Politik im Spiel. Und wie @chilic schon schrieb: Nur weil wir keine Blacklist mehr haben, haben wir nicht ein bischen Leid weniger auf dieser Erde..

Wir sollten die Energie, welche sich manche mit diesen Wortfindigkeitgen machen lieber in sinnvolle Dinge stecken, welche den Menschen wirklich *helfen* und nicht nur der sogenannten 1. Welt das gefühl geben Gutes getan zu haben...

Schaut euch doch z.B. mal die Website von Open X-change an - unter Demo sind 3 Perosnen abgebildet - ist es nun schlimm, das die Person mit den wenigsten Rechten eine dunkel Hautfarbe hat? Darf ich nun keine Karl May Filme mehr anschauen weil dort von "Rothäuten" gesprochen wird?

Wem hilft es, wenn mein Hauptbranch nicht mehr master heißt? Ich hatte da noch nie auch nur den Hauch eines Gedanken an Rassismus.. Diesen machen wir uns gerade selbst!

(Unabhängig davon hieß mein Hauptbranch schon immer "DEV")
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Stefan.Haegele am .
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chilic
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Zitat
Wem hilft es, wenn mein Hauptbranch nicht mehr master heißt?
Vielleicht dir selbst, bei entsprechenden Reaktionen all derer denen du davon erzählst.

Grundsätzlich ist es doch schön wenn jemand helfen will, diese Einstellung hält die Gesellschaft zusammen.
Sich ein Ersatz Problem an sich selbst zu definieren das man in seiner Situation und Umgebung sehr einfach lösen kann, mag naheliegend sein und ein gutes Gefühl geben.

Das ist auch prinzipiell nichts schlechtes. Selbstverständlich kann jeder seine Branches nennen wie er will und sich dabei gut fühlen.
Solange man das was man tut bitte realistisch sieht und nicht das eigentliche Problem aus den Augen verliert!
Wägt gut ab wie sehr ihr eure gute Tat publiziert, wie viel Wirkung ihr ihr zusprecht und wie intensiv ihr zum nachmachen auffordert. Oder gegen Kritiker vorgehen wollt.

Zusammengefasst. Seid euch bewusst dass das schlimmste was passieren kann nicht nur ein Lächeln des Gegenüber ist. Es wäre schade wenn zu viel Engagement auf einer zu entfernten Nebenbühne bei Betroffenen eher schmerzhaft als lobenswert wirkt.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von chilic am .
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Abt
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Zitat von Stefan.Haegele
Diesen machen wir uns gerade selbst!

Sehe ich nicht so.

Es gibt einfach Menschen, die fühlen sich mit master/slave angegriffen - seit Jahren.
Und die Assoziation ist einfach da; wenn auch nur historisch. Magst Du vielleicht nicht so fühlen, aber eben andere.
Dafür fühlst Du Dich eben bei anderen Themen angegriffen (oder auch nicht?).

Daher ist es ein Kleines, wenn man den Schritt weg von master zu main macht.
Gerade wenns einem "eh egal ist".
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Rainbird
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Ich habe intensiv darüber nachgedacht, warum es auch mir persönlich so schwer fällt, eine Umbenennung von master/slave einfach so zu akzeptieren.

Für mich fühlt sich das irgendwie erzwungen an.
Ich weiss, dass es gut gemeint und eigentlich auch richtig ist, aber dieses "Gute" wird irgendwie von außen "verordnet".
Bei anderen Themen habe ich das selbe Gefühl. Z.B. beim Essen, also die Fleisch / kein Fleisch Geschichte, beim Gendering oder bei allem was mit dem Thema Klima zu tun hat. Dieses "Aufgezwungene" erzeugt bei mir den Widerstand (oder ist es Trotz?) dagegen.

Es fühlt sich für mich teilweise an, wie im Film "Demolition Man".
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T-Virus
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@Rainbird
Hast du rausgefunden, wie man die drei Muscheln benutzt?

@Topic
Genau das ist auch meine Sichtweise.
Aber ich denke eben noch einen Schritt weiter und stelle eben die Frage des Nutzen.
Und genau dieser fehlt mir einfach.
Hatte ich aber oben schon ausgerollt.

T-Virus
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trib
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Eine Diskussion zu dem Thema finde ich begrüßenswert!
Die jahrzehntelange Unterdrückung hat sich in vielen Dingen manifestiert, nicht nur in der Sprache. Einiges nehmen wir gar nicht mehr wahr.

Dass es akut auch Berichterstattungen über sog. "Blackfacing"gibt, ist da ebenfalls nur richtig.
Auch wenn ich hier Unterschiede sehe, wenn Otto Waalkes billig einen "Bimbo" verkauft oder ob Hoecker und Kalkhofe eine Persönlichkeit auf die Schippe nehmen, dazu sich dem Stilmittel der Verkleidung bedienen, dem am nächsten zu kommen.
Und das bei jedem Charakter tun, ohne die Hautfarbe als solches eine Rolle oder gar Zielscheibe für den Gag bietet.

Diese Differenzierung wünsche ich mir bei Master/Slaves ebenfalls.
Wir können nicht darüber richten, ob der Gebrauch "Slave" verletzend ist und/oder die jahrzehntelange Sklaverei und Apartheid den betreffenden Leuten immer wieder vor Augen führt.

Die Verhinderung eines Wortes, löst dessen Geschichte/Problem/Assoziation nicht aus. Andererseits kann man durch minimale Veränderungen an mancher Wortfindung Vorbehalte von ethnischen Gruppen entsprechen.

Man sollte die Geschichte nicht vergessen!
Man muss Geschichte aber nicht wiederholen!

Umbenennen alter Branches halte ich daher für falsch. Künftig sich auf einen anderen Namen zu einigen, der das selbe bedeutet um Asoziationen zu verhindern, dürfte ja wohl keine große Hürde darstellen!
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Abt
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Zitat von T-Virus
Aber ich denke eben noch einen Schritt weiter und stelle eben die Frage des Nutzen.
Und genau dieser fehlt mir einfach.

Nur halt, dass genau diese egoistische Sicht ("ich habe keinen Nutzen") genau das ist, was im Endeffekt die ganze Black Lives Matter Debatte ausgelöst hat.
Es geht nicht darum, dass *Du* einen Vorteil oder einen Nutzen hast; es geht darum, dass der Nachteil der *anderen* thematisiert wird.
Man darf tatsächlich auch andere Menschen in der Gesellschaft unterstützen, ohne dabei einen Nachteil zu haben oder auch selbst einen Nutzen / Vorteil zu erhalten.

Man muss bei diesem Anliegen - anders als beim Gender-Thema - nichts anderes machen als einen anderen Namen wählen - mehr nicht.
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T-Virus
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Du missverstehst den Gedanken.
Es geht nicht darum was es mir nützt, das tut es ja genau 0.
Es geht darum wie es das tatsächliche Problem des Rassismus lösen soll.
Ich sehe hier genau 0 Effekt und Sinn darin.

Ist für mich reine Symbolpolitik, die niemanden hilft.
Kann man machen, tut auch keinem weh hilft aber auch tatsächlich niemanden.
Das ist meine Denkweise.

Ich bin alt genug um nicht bei allen Themen immer nur an mich zu denken ;)

T-Virus
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Zitat von T-Virus
Ich sehe hier genau 0 Effekt und Sinn darin.

Richtig. *Du* siehst null Effekt.
Die betroffene Gruppe aber halt schon - sieht man ja auch.
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T-Virus
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Dann würde ich mich freuen, wenn du dies auch belegen kannst.
Ich habe ernsthafte Zweifel daran, dass BLM in den USA von dieser Änderung irgendeinen Nutzen hat oder ziehen kann.

Es wird auch nicht dagegen helfen, dass in den USA die Polizisten, die teilweise schon eine Grundhaltung haben, die an die 50er Jahre erinnern, jetzt ihr Verhalten ändern.
Auch im Rest der Welt hat dies keinen tragenden Effekt, der jetzt aktiv was gegen Rassismus tut.

Du kannst gerne auf die Straße gehen und sagen, du hast in git master/slave umbenannt und somit aktiv den Rassismus bekämpft.
In der Situation solltest du merken, dass du etwas machst, was das eigentliche Problem überhaupt nicht löst und auch nicht lösen kann.

Das ist halt ein Problem der Informatiker, menschliche Problem technisch lösen zu wollen.
Das funktioniert nicht.
Auch der neuste Witz, per KI Rassismus zu bekämpfen, führt in die falsche Richtung und löst das Grundproblem nicht.
Damit zeigt man nur, dass man nicht überzeugen will und das Problem menschlich lösen will, sondern das Problem unter den Teppich kehren will.

Wenn du wirklich was gegen Rassimus tun willst, dann solltest du das Kernproblem auf menschlicher Ebene angehen.
Man muss die Leute überzeugen, dass ihre Ansichten falsch und sogar schädlich sind.
Nur wenn du einen Rassisten überzeugen kannst, dass seine Sichtweise schädlich für ihn aber auch für die Gesellschaft ist, dann hast du was erreicht.
Wenn für dich Symbolpolitik sinnvoller ist, dann wirst du damit auch nichts erreichen.
Deshalb werden solche Lösungen auch gerne praktiziert, ist halt der einfachste Weg der niemanden was kostet.

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Danke, dass Du genau die Inhalte wiederholst, die ich an Deinen Aussagen kritisiere.

Es geht *in diesem Fall* um nichts anderes als dass Du einfach nur *ein anderes Wort* verwendest; nichts anderes als ein gesellschaftliches Zeichen, das für Dich keinerlei Nachteile hat.
Im Endeffekt mindestens den Vorteil, dass Du zwei Zeichen weniger schreiben musst.

Es geht nicht darum, dass Du nun mehr Steuern zahlen musst oder irgendeinen anderen Nachteil durch die Sache hättest.
Es geht darum, dass Du verstehst, dass es einfach Minderheiten (irgendwie auch ein falsches Wort dafür) gibt, die sich durch gewisse Wörter ausgegrenzt *fühlen*.

Es gibt so viele Beispiele in der Gesellschaft, die nur gewisse Menschen treffen und trotzdem die Akzeptanz existiert oder gereift ist.
- Gleichstellung der Frau
- Anerkennung gleichgeschlechtlicher Liebe (und gar deren Heirat!)
. --

Alles Themen, für die *Du* als einzelner vielleicht keinen *eigenen* Nutzen erkennst; aber andere eben schon.
Und darum geht es in einer Gesellschaft: auch die andere Seite anzuerkennen und zu respektieren.

Es mag der ein oder andere lächerlich finden, dass der Branch nun main heisst statt master, dass das Zigeunerschnitzel nun eben Schnitzel unagrischert Art heisst.. aber hey: wo ist denn das Problem?
Welchen Nachteil hast Du denn? Fühlst Du Dich nun in Deiner Person missbraucht, weil Du einfach aus Gewohnheit nicht mehr ein gewisses Wort verwenden darfst, really?
Du machst damit anderen Leuten *einen Gefallen*, schätzt ihre gesellschaftlichen Werte ohne, dass Du einen Nachteil hast - auch wenn Du damit das ganz große Ziel nicht sofort erreichen oder das die große Ursache lösen wirst.
Zitat
Wenn du wirklich was gegen Rassimus tun willst, dann solltest du das Kernproblem auf menschlicher Ebene angehen.
Der Konsenz der Gesellschaftswissenschaftler ist hier aber nicht, dass Du mit der Keule alles sofort erschlagen kannst, sondern dass es eben die kleinen Schritte sind, die langsam die Gesellschaft bewegt.
Noch nie in der Geschichte der Menschheit konnte man eine/die Gesellschaft ruckartig nachhaltig ändern.

Gerne kannst Du Dich dazu einlesen: Bestseller in Gesellschaftskritik
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