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Amazon ermöglicht Live-Gesichtserkennung für ganze Städte
Palin
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Themenstarter:

Amazon ermöglicht Live-Gesichtserkennung für ganze Städte

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heise:Amazon ermöglicht Live-Gesichtserkennung für ganze Städte

Irgendwie schon erschreckend und dann auch noch in Echtzeit.
Und Sheriff-Beamte können über ihre Smartphones beliebige Fotos beisteuern. Naja da weiß man wenigsten immer wo Frau und Kinder sind.
Sollte man mal gelesen haben:

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herbivore
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Hallo Palin, hallo zusammen,

ich frag mich wirklich, wo das noch alles enden soll. Orwell würde sich im Grabe umdrehen.

Gerade mit der neuen DSGVO musst das zumindest in der EU unzulässig sein, denn Verarbeitung von privaten Daten ohne explizite Zustimmung und ohne gesetzliche Ermächtigung.

herbivore
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Palin
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Muss man mal schauen. Die Novellierung der EU vorgaben hat ja grade beim Bayrischen Polizeiaufgabengesetz dafür gesorgt das es an vielen Stellen einfacher ist in die Privatsphäre einzugreifen (drohende Gefahr). Und dieser eingriff auch tiefgreifender sein darf (DNA).

Apropos Orwell, der aktuelle Besucher Rekord ist 1986.
Sollte man mal gelesen haben:

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T-Virus
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In dem Zuge wäre es aber mal interessant zu wissen ob das bayrische Gesetzt überhaupt noch vollständige Gültigkeit besitzt.
Da die EU Regelung zum DSGVO über den nationalen Recht steht, dürften einige Teile der Gesetzte wegen Datenschutzproblemen nicht mehr greifen.
Hat da jemand Erfahrungen?

Zum Thema:
Hatte den Artikel auch gelesen.
Und man sollte direkt erwähnen, dass dies auch für Strafverfolgung und Geheimdienste umgesetzt wurde.

Alleine die Missbrauchsmöglichkeiten sind absolut unverhältnismäßig.
solch eine Form der Totalüberwachung lehne ich strikt ab und halte dies in einem demokratischen System für brandgefährlich.
Die Maßnahmen, die man heute aus vermeindlich guten Gründen umsetzt können später umso leichter Missbraucht werden.
Hier sollte man eine Rote Linie ziehen, die man als demokratischer Staat nicht übertreten sollte.
Und sowas geht schon weit darüber hinaus!

T-Virus
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99 little bugs in the code, 99 little bugs. Take one down, patch it around, 117 little bugs in the code.
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MrSparkle
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@T-Virus:

Die DSGVO steht dem Aufbau Ausbau des Polizeistaates nicht im Wege:
Zitat von Art. 2 DSGVO
Diese Verordnung gilt nicht für Fragen des Schutzes von Grundrechten und Grundfreiheiten und des freien Verkehrs personenbezogener Daten im Zusammenhang mit Tätigkeiten, die nicht in den Anwendungsbereich des Unionsrechts fallen, wie etwa die nationale Sicherheit betreffende Tätigkeiten.
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T-Virus
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Leider sehr bedauerlich.
Gerade wenn man sieht wie es sich hier langsam entwickelt, braucht man sich auch über Reichsbürger und co. nicht wundern.

T-Virus
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MrSparkle
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Die Reichsbürger wollen das Gesetz auch nur in die eigene Hand nehmen.

Die DSGVO ist ein Schritt in die richtige Richtung, um sich gegen den Mißbrauch persönlicher (und privater!) Daten durch private Firmen zu wehren. Man muß es nur machen. Max Schrems hat das heute schon getan: GDPR: noyb.eu filed four complaints over “forced consent” against Google, Instagram, WhatsApp and Facebook.

Da kann man auch spenden.
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hypersurf
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Ich finde Datenschutz gut, bin aber der Meinung dass die DSGVO zu weit geht. Selbst detaillierte Spielberichte, in denen natürlich die Namen der Beteiligten enthalten sind, meines Tischtennisvereins dürfen ohne Einwilligung aller Beteiligten nicht mehr veröffentlicht werden.

Ein Haufen Vereine haben Ihre Homepage erstmal vollständig offline genommen und evtl. Problemen mit der DSGVO vorzubeugen. Das kann irgendwie nicht Sinn der Sache sein.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von hypersurf am .
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T-Virus
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Das Problem mit der DSGVO ist einfach, dass mehrere Faktoren hier eine Rolle spielen.
Zum einen fehlte es vor dem Start an einer ordentlichen Informationskampagne.
Selbst jetzt gibt es noch große Verwirrungen in wieweit die Verordnung einen betreffen kann.

Zum anderen haben aber auch die Unternehmen ziemlich verpennt, sich rechtzeitig darum zu kümmern.
So haben die meisten Firmen erst Anfang des Jahres oder gar erst in den letzten Tagen, angefangen das Problem anzugehen.

T-Virus
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herbivore
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Hallo zusammen,

ich hoffe wir sind uns einig, dass die DSGVO wenn vielleicht nicht unbedingt die Lösung, so doch zumindest nicht das Problem ist, um das es hier geht. Natürlich sind auch die kleinen Vereine nicht das Problem. Das Problem in Bezug auf unsere Privatsphäre sind die a) Konzerne, b) die Regierungen und deren Geheimdienste und Sicherheitsbehörden und c) die Cyberkriminellen. Hoffen wir mal, dass die DSGVO wenigsten ein bisschen gegen a) hilft. Dass sie nicht gegen b) hilft, hat MrSparkle oben aufgeführt. Und gegen c) kann sie nicht helfen, denn es wäre ja mehr als verwunderlich, wenn ein Krimineller zwar gegen das Strafgesetz verstößt, dabei aber penibel auf die Einhaltung der DSGVO achtet.

Übrigens haben die Datenschutzbehörden schon angekündigt, gegenüber Vereinen und Kleinunternehmern den großen Hammer nicht herauszuholen.

Aber das eigentliche Thema in diesem Thread ist sowieso nicht die DSGVO für sich genommen, sondern die flächendeckende(!) Live(!)-Überwachung durch Gesichtserkennung.

herbivore
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MrSparkle
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Zitat von herbivore
wäre ja mehr als verwunderlich, wenn ein Krimineller zwar gegen das Strafgesetz verstößt, dabei aber penibel auf die Einhaltung der DSGVO achtet.

Al Capone wurde damals wegen Steuerhinterziehung verurteilt. Vielleicht kriegen wir ja die richtig großen Verbrecher jetzt wegen Verstößen gegen den Datenschutz dran. Ich drücke Max Schrems jedenfalls die Daumen.

Zitat von herbivore
die flächendeckende(!) Live(!)-Überwachung durch Gesichtserkennung.
Erstens fehlen da noch zwei Ausrufezeichen. Und zweitens, was kann man anderes machen, als es hinzunehmen, oder nicht mehr ohne Niqab oder Skimaske in die Stadt zu gehen?
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herbivore
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Hallo MrSparkle, hallo zusammen,
Zitat
was kann man anderes machen, als es hinzunehmen
wie ich schon in Urheberrechtsschutz versus freie Meinungsäußerung: #NoUploadFilter am Beispiel vom Zugangserschwerungsgesetz schrieb (nicht zu verwechseln mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz), gibt es durchaus Möglichkeiten durch die Summe von individuellem Protest, Fehlentwicklungen abzuwenden (wie damals tatsächlich geschehen; und wenn das nicht, zumindest abzuschwächen oder zu verzögern). Gerade mit Twitter & Co bestehen ja für jeden einzelnen einfache Möglichkeiten, sich zu artikulieren und wenn genug Äußerungen zusammen kommen (unter dem jeweiligen Hashtag), wird das in der Politik auch durchaus wahrgenommen.

Versuche mit Gesichtserkennung im öffentlichen Raum werden ja auch in Deutschland schon seit längerem durchgeführt, z.B. am Bahnhof Südkreuz in Berlin (siehe z.B. Berliner Südkreuz - De Maizière verlängert umstrittene Tests zur Gesichtserkennung). Auch wenn Deutschland noch nicht so weit ist, wie die USA, ist es also gar nicht soweit weg.

Denkbar wäre auch ein Boykott der beteiligten Firmen, im konkreten Fall also Amazon, sinnvollerweise kombiniert mit dem Feedback, warum man dort nicht mehr einkauft. Auch das wirkt natürlich nur, wenn genug Leute mitmachen. Ich werde sicher nicht zu so einem Boykott aufrufen, sondern sage nur, dass es auch hier Beispiele gibt (z.B. Brent Spar), dass solche Maßnahmen in der Vergangenheit auch große Konzerne zum Einlenken gebracht haben bzw. die Politik Fehlentwicklungen korrigiert hat.

Man kann
  • sich an Demonstrationen beteiligen (davon, dass man welche organisieren könnte, sehe ich mal ab),
  • seinem Bundestagsabgeordneten schreiben oder sogar in seine Sprechstunde gehen, das gleiche kann man bei der Regierung machen,
  • Vereine und Organisationen (finanziell oder persönlich) unterstützen, die sich gegen Fehlentwicklungen einsetzen,
  • in eine Partei eintreten und sich dort entsprechend engagieren (ich weiß, eine verrückte Idee),
  • in (seriösen) Meinungsumfragen (siehe dazu auch EU-Kommission startet Online-Umfrage für 500 Millionen Bürger oder direkt zur Umfrage) seinen Standpunkt deutlich machen,
  • entsprechende (Online-)Petitionen starten oder unterstützen (z.B. auf der Petitionsseite des Deutschen Bundestages oder auf Seiten wie Change.org),
  • (wie gesagt) twittern, bloggen u.ä.,
  • (wie gesagt) boykottieren;
  • sich von dem Genannten einen Punkt raussuchen oder
  • möglichst viele davon umsetzen und
  • sogar eigene Ideen entwickeln, was man sonst noch so machen könnte; mir ist bestimmt nicht alles eingefallen.
Hier noch ein paar Punkte, die ich zu deiner Liste hinzufügen kann:
[list]
[*] Sich juristisch zur Wehr zu setzen, und seine Rechte auch zur Not vor Gericht durchsetzen. Das kostet Geld und Zeit, und man überläßt das besser Leuten, die sich damit auskennen. Die benötigen allerdings unsere Unterstützung. 
[*] Projekte für freie Mobile-Betriebssysteme wie LineageOS, Ubuntu Touch etc. unterstützen.
[*] Kontrolle über seine Privatheit zurückgewinnen, indem man Startpage statt Google, OpenStreetMap statt Google Maps, AdBlocker, RequestPolicy oder den [URL]Tor Browser[/URL] verwendet. 
[/list] 

Mindestens kann man aber mit seinem persönlichen und beruflichen Umfeld über solche Fehlentwicklungen sprechen und möglichst viele Leute dafür zu sensibilisieren. Wenn die dann im Idealfall selbst aktiv werden, steigt zudem die Chance, dass die weiter oben geschilderten Möglichkeiten erfolgreich werden.

Es bestehen also durchaus Möglichkeiten. Klar, als Einzelner wird man nichts erreichen, die Masse machts, aber dafür, dass eine Masse zusammen kommt, muss man als Einzelner anfangen. Und da ich einige niederschwellige Ansätze aufgezeigt habe, kann man das auch tun, ohne sich verausgaben zu müssen. Und wie die genannten Beispiele zweigen, die sich leicht durch weitere ergänzen ließen, besten durchaus reelle Chancen, dass sich etwas bewegen lässt.

herbivore
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MrSparkle
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Hi herbivore,
Zitat von herbivore
sich an Demonstrationen beteiligen

Bei den Demonstrationen gegen TTIP waren mehrere hundertausend Leute auf der Straße. Das Ergebnis war, daß die Verhandlungen darüber dann noch geheimer als vorher abgelaufen sind.
Zitat von herbivore
seinem Bundestagsabgeordneten schreiben oder sogar in seine Sprechstunde gehen

Habe ich gemacht. Habe einen Kaffee, ein verständnisvolles Schulterzucken und einen freundlichen Hinweis auf das jeweilige Parteiprogramm erhalten. Diese Leute leben in einer Welt, in der es mit der Realität nur wenige Überschneidungen gibt.
Zitat von herbivore
Vereine und Organisationen (finanziell oder persönlich) unterstützen, die sich gegen Fehlentwicklungen einsetzen

Hier möchte ich gerne auf den CCC hinweisen, und auch nochmal auf NOYB ("None of your business").
Zitat von herbivore
in eine Partei eintreten und sich dort entsprechend engagieren (ich weiß, eine verrückte Idee)

Ja, das ist eine verrückte Idee.
Zitat von herbivore
in (seriösen) Meinungsumfragen [...] seinen Standpunkt deutlich machen

Hab ich auch gemacht. Diese Art von Fragen stellen aber auch nur Leute, denen der gesunde Menschenverstand irgendwann abhanden gekommen ist.
Zitat von herbivore
(Online-)Petitionen

Ich kenne leider keinen Fall, in dem dadurch eine erwähnenswerte Veränderung erreicht wurde.
Zitat von herbivore
(wie gesagt) twittern, bloggen u.ä.

Das halte ich für eine völlige Selbstüberschätzung. Abgesehen natürlich davon, daß man dafür die Plattformen von Unternehmen verwenden muß, deren Datenschutzpraktiken man anprangern will.
Zitat von herbivore
(wie gesagt) boykottieren

Amazon zu boykottieren ist eigentlich ein No-Brainer, allein schon wegen der Arbeitsbedingungen dort. Aber wie willst du Google oder Apple boykottieren, wenn du dein Telefon nicht benutzen kannst, ohne sämtliche Details über dein Leben mit diesen Unternehmen zu teilen?

Hier noch ein paar Punkte, die ich zu deiner Liste hinzufügen kann:
  • Sich juristisch zur Wehr zu setzen, und seine Rechte auch zur Not vor Gericht durchsetzen. Das kostet Geld und Zeit, und man überläßt das besser Leuten, die sich damit auskennen. Die benötigen allerdings unsere Unterstützung.
  • Projekte für freie Mobile-Betriebssysteme wie LineageOS, Ubuntu Touch etc. unterstützen.
  • Kontrolle über seine Privatheit zurückgewinnen, indem man Startpage statt Google, OpenStreetMap statt Google Maps, AdBlocker, RequestPolicy oder den Tor Browser verwendet.


Die Leute, die nichts zu verbergen haben, machen das eh alles nicht. Aber wir sollten eigentlich zumindest den technischen Sachverstand besitzen, um zu verstehen, was hier passiert und auch Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten.

tl;dr: Es gibt technische Lösungen, mit denen man seine Privatsphäre einigermaßen schützen kann. Es gibt Organisationen, die sich bereits mit Erfolg für unsere Rechte einsetzen. Nur von Politikern, der EU, Twitter und Facebook darf man sich keine Hilfe erwarten. Die sind Teil des Problems, und nicht der Lösung.
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herbivore
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Hallo MrSparkle,
Zitat
Habe einen Kaffee, ein verständnisvolles Schulterzucken und einen freundlichen Hinweis auf das jeweilige Parteiprogramm erhalten.
wie ich schon schrieb "als Einzelner wird man nichts erreichen, die Masse machts, aber dafür, dass eine Masse zusammen kommt, muss man als Einzelner anfangen." In diesem Sinne mein ganz ernstgemeinter Dank für den Versuch.
Zitat
Das halte ich für eine völlige Selbstüberschätzung.
Auch hier gilt wieder das gleiche. In den Fällen, in denen die Masse zusammen kam, ist jedoch tatsächlich etwas in Bewegung geraten. Und noch dazu ist das viel niederschwelliger als dein Abgeordnetenbesuch. Mit anderen Worten, man vertut sich nichts, wenn man es einfach probiert.
Zitat
Amazon zu boykottieren [...] wegen der Arbeitsbedingungen dort.
Ich hab das Zitat absichtlich gekürzt, denn alleine die Arbeitsbedingungen wären aus meiner Sicht ein Grund für einen Boykott. Das zu vertiefen, würde allerdings wieder vom eigentlichen Thema wegführen.
Zitat
Aber wie willst du Google oder Apple boykottieren, ...
Der Boykott würde - zumindest bei Apple - eben darin liegen, deren Produkte (hier: Telefone) gar nicht erst zu kaufen. Aber auch das will ich aus dem gleichen Grund hier nicht weiter vertiefen.

Auch wenn du meine Vorschläge, was man tun kann, - sagen wir - nur begrenzt hilfreich fandest, sind wir uns am Ende wohl doch einig (geworden), dass man etwas tun kann. Und darum ging es mir eigentlich auch nur. Denn dein "was kann man anderes machen, als es hinzunehmen" klang für mich zu sehr danach, als könne man nichts tun. Und das sehe ich eben deutlich anderes. Natürlich ist im Normalfall nicht möglich, als Einzelner die Welt zu verändern, aber wenn genug Leute zusammenkommen, die nicht resignieren, ist einiges möglich. Und jeder kann natürlich gerne selbst entscheiden, welche Aktion(en) er für zielführend hält.

herbivore
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MrChangeLog
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Ich habe ein(!) Mal etwas auf Amazon gekauft. Nein danke, nie wieder! Sehe den Vorteil von Amazon gegenüber konventionellen Einkaufsarten ohnehin nicht.

Zum rest: ich beteilige mich gerne an einer Demo im Büro eines Bundestagsabgeordneten, bei der bei Kaffee und Kuchen eine Petition zum Boykott unseriöser Meinungsumfragen erstellt wird!
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von MrChangeLog am .
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Abt
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Zitat von MrChangeLog
Ich habe ein(!) Mal etwas auf Amazon gekauft. Nein danke, nie wieder! Sehe den Vorteil von Amazon gegenüber konventionellen Einkaufsarten ohnehin nicht.

Kundenservice. Garantie und Gewährleistung.
Da kommt kein Händler dran (meine Meinung). Daher kaufe ich - wann immer ich kann - bei Amazon.


Zu Thema: wundert euch der Einsatz von Gesichtserkennungssoftware? Ich hoffe nicht.
Ich hoffe sogar, dass gewisse Plätze dadurch sicherer werden (Transit); private Firmen sollten darauf jedoch - in meinen Augen - kein Zugriff haben.

Dass aber Gesichtserkennung seit Jahren bereits im Einsatz ist... ich hoffe das wissen die meisten ;-)
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MrSparkle
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Hi herbivore,

ich habe prinzipiell nichts dagegen, über niedrigschwellige und nur "begrenzt hilfreiche" Ideen zu sprechen. Aber ich suche halt immernoch nach höherschwelligen und wirkungsvollen Ideen.
Zitat von herbivore
Denn dein "was kann man anderes machen, als es hinzunehmen" klang für mich zu sehr danach, als könne man nichts tun. Und das sehe ich eben deutlich anderes.

Wir müssen ja noch gar nicht über flächendeckende Gesichtserkennung reden. Am Beispiel mit den Telefonen kann man doch sehr gut sehen, daß (fast) alle Leute es einfach hinnehmen, daß sie 24h am Tag Daten über ihr Leben entweder an Google oder an Apple schicken. Vor 2 Jahren gab es noch Smartphones mit dem freien Firefox OS zu kaufen. Das ist aber - mangels Nachfrage - längst eingestellt worden. Derzeit gibt es, soweit ich weiß, keine praktikable Alternative zu Google oder Apple (und evtl. Microsoft) mehr zu kaufen. Vielleicht hat da auch jemand neue Erkenntnisse.

Ich selbst steige öfters am Südkreuz ein oder um. Ich habe die Berichterstattung über den Feldversuch dort verfolgt. Und ich bin der Ansicht, daß solche Maßnahmen die Sicherheit nicht erhöhen, sondern nur als Überwachungsinstrument geeignet sind. Trotzdem habe ich mich aus praktischen und religiösen Gründen gegen eine Vollverschleierung entschieden, und es eben hingenommen.

Von unserer Liste ist kein Punkt auch nur begrenzt hilfreich, um diesen Situationen abzuhelfen. Wenn du das anders siehst, erkläre es mir bitte. Ich bin wirklich daran interessiert. Ich kann mir nicht erklären, wie man diese Situation "deutlich anders" sehen kann, aber vielleicht hab ich da etwas übersehen.



Hi Abt,
Zitat von Abt
Kundenservice. Garantie und Gewährleistung.
Da kommt kein Händler dran (meine Meinung). Daher kaufe ich - wann immer ich kann - bei Amazon.

Niemand bestreitet, daß Amazon jede Menge Vorteile hat. Aber ich denke, daß jemand mit bestimmten moralischen bzw. ethischen Maßstäben eben die Nachteile in Kauf nimmt. Das T-Shirt aus der Kinderfabrik in Bangladesh sieht ja auch gut aus und ist billig. Das heißt aber auch nicht, daß man es unbedingt kaufen muß, wenn einem andere Aspekte wichtiger sind.
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bredator
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Zitat von MrSparkle
Hi herbivore,
Von unserer Liste ist kein Punkt auch nur begrenzt hilfreich, um diesen Situationen abzuhelfen. Wenn du das anders siehst, erkläre es mir bitte. Ich bin wirklich daran interessiert. Ich kann mir nicht erklären, wie man diese Situation "deutlich anders" sehen kann, aber vielleicht hab ich da etwas übersehen.

Stichwort französische Revolution, da konnte sich vorher auch keiner vorstellen, wie man sich in der Situation abhelfen könnte. Wenn aber das Volk mal zusammen und geschlossen agiert, dann kann keine Regierung der Welt mehr irgendwas tun. Der Irrglaube, dass man nichts bewegen kann, ist es auch, der große Teile einfach lähmt und dann genau nichts unternommen wird. Bundestagsabgeordneten anschreiben und immer wieder nerven, andere zu demselben animieren, das ganze Bundesweit, dass mehrere Abgeordnete zum gleichen Thema permanent angeschrieben werden etc. pp.

Und was spricht gegen ein Engagement in einer Partei? Ich habe oft halt den Eindruck, dass "etwas tun" am besten nur irgendeine Webseite sein sollte, auf der man "Will ich nicht" anklickt und alles sollte dann genau so laufen. Das tut es nicht - das wird es nie. Etwas bewegen ist Arbeit, viel Arbeit, und das wird es auch bleiben.

Aufklärung betreiben ist auch ein wichtiger Punkt. Warum kann sich Facebook, Amazon und Co. so viel rausnehmen? Weil viele schlicht keine Ahnung davon haben, was hinter den Kulissen passiert. Klar, auch nach der Aufklärung ist es vielen einfach nur egal, aber mancher kommt vielleicht doch ins Grübeln.

Die eine, allumfassende Lösung des Problems wird es leider nicht geben. Man muss an vielen Fronten tätig werden. Es ist halt dann nicht hilfreich, wenn man sich nur sagt "Ich kann eh nichts tun" und es dann dabei belässt. Natürlich kann man was tun - es wird halt nicht von heute auf morgen anders, das ist ein längerer Prozess.

Kleine Anmerkung noch, gerade zu FirefoxOS: Ich hatte eher den Eindruck, dass dabei dauernd nur angekündigt wurde, aber so richtig Geräte eigentlich nie verfügbar waren. Das Internet sagt zwar, dass es welche gab, aber diese wenigen Geräte waren dann doch eher lachhaft. Da muss man sich über fehlende Nachfrage nicht wundern.
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hypersurf
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Zitat von MrSparkle
Niemand bestreitet, daß Amazon jede Menge Vorteile hat. Aber ich denke, daß jemand mit bestimmten moralischen bzw. ethischen Maßstäben eben die Nachteile in Kauf nimmt. Das T-Shirt aus der Kinderfabrik in Bangladesh sieht ja auch gut aus und ist billig. Das heißt aber auch nicht, daß man es unbedingt kaufen muß, wenn einem andere Aspekte wichtiger sind.



Ich sehe das ähnlich wie Abt und kaufe quasi alle Sachen die ich nicht unbedingt im Laden vorher anfassen/anprobieren muss bei Amazon.

Würde man mir explizit sagen können: Das Produkt was ich jetzt gerade bestellen will wurde durch Kinderarbeit gefertig, würde ich es definitiv nicht mehr kaufen. Aber ich weiß ja überhaupt nicht wo die Produkte herkommen. Wüsste ich was in den ganzen Lebensmitteln vom Lidl drin ist, würde ich vermutlich auch einige nicht mehr kaufen und verzehren.
Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von hypersurf am .
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Palin
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Zitat von herbivore
  • in eine Partei eintreten und sich dort entsprechend engagieren (ich weiß, eine verrückte Idee),

Ganz so verrückt auch nicht, ich bin seit langen SPD Mitglied (Ja ich bin leid gewohnt).
Aber als einfaches Mitglied von der Basis, ist es da schwer was zu Bewirken vor Über 10 Jahren habe ich/ wir von den Jusos schon Anträge gestellt, in unserer Stadt den Breitbandausbau voranzutreiben und ein IT Konzept für die Schulen zu erarbeiten. So langsam wird da jetzt bei uns mit Angefangen. Seit 5 Jahren mache ich dafür Werbung bei uns kostenlose IT Vorträge für Studenten zu veranstalten und für unsere Stadt Werbung als IT Standort zu machen.

Es ist also nicht ganz einfach auch über Parteien was zu bewirken.

Wo aber herbivore und bredator recht haben, auch wenn es schwer ist sollte man es wenigsten versuchen.
Zitat von Abt
Ich hoffe sogar, dass gewisse Plätze dadurch sicherer werden (Transit);

Das ist das Standard Argument der Befürworter. Ich kenne jetzt keine Studie die das Belegt eher im gegen teil. Hier mal einen einen Artikel des Spiegel von 2010.
Zitat von Spiegel
Längst ist die Euphorie jedoch der Ernüchterung gewichen. Dutzende Studien haben den Nutzen von CCTV in Zweifel gezogen: Weder lassen sich Verbrecher von Kameras abschrecken noch fühlt sich die Bevölkerung sicherer.
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Hallo zusammen,
Zitat
Längst ist die Euphorie jedoch der Ernüchterung gewichen. [...]
und Erfahrungen aus England, vor allem London, die ja massenhaft Überwachungskameras haben, hat gezeigt, dass die Bereitschaft der Passanten sinkt, bei Übergriffen zu helfen, weil sie auf den Standpunkt stehen, dass nicht sie, sondern die Operatoren hinter den Kameras dafür zuständig sind. Es steht also zu befürchten, dass Gefahren für Leib und Leben durch diese neue Form der Ignoranz eher steigen. Zumindest kann das nicht ausgeschlossen werden.

Zur Wahrheit gehört natürlich auch, dass Öffentlichkeitsfahndungen mit Videobildern oft erfolgreich sind. Man kann also Täter anschließend zur Rechenschaft ziehen, die man ohne Überwachung möglicherweise nie gefasst hätte. Meines Wissen aber wiederum nur ein Bruchteil der Straftaten, von denen es Überwachungsbilder gibt, zur Öffentlichkeitsfahndungen freigegeben. Auch um die Bevölkerung nicht zu überlasten bzw. zu verhindern, dass sich das Mittel durch zu häufigen Gebrauch abnutzt. Es ist also auch hier fraglich, wie groß der Nutzen tatsächlich ist.

Sicher, Gesichtserkennung mischt die Karten da nochmal neu. Ich bin allerdings schon gegen die Überwachungskameras.

Ich persönlich fühle mich allerdings auch am sichersten, wenn ich keine Polizei sehe. Es heißt ja immer, es soll mehr Polizeistreifen geben, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu verbessern. Bei mir tritt das genaue Gegenteil ein. Wenn ich keine Polizei sehe, denke ich: super, alles in Ordnung. Wenn ich Polizei sehe, frage ich mich, warum ist die hier? Erst recht, wenn die schwer bewaffnet sind. Welche Gefahr droht hier, dass die Anwesenheit von Polizei nötig ist?

Unabhängig davon finde ich die Vorstellung schrecklich, dass ich im öffentlichen Raum auf Schritt und Tritt überwacht werde und dass die Überwachung irgendwann nicht nur genutzt wird, um (schwere) Straftaten zu verfolgen, sondern auch Ordnungswidrigkeiten automatisch/maschinell geahndet werden. Und wenn ich dann nachts um drei bei menschenleerer Straße, wo es keinen anderen Menschen stört, bei rot über die Straße gehe, gleich ein Knöllchen bekomme(*). Das würde mein Freiheitsgefühl einschränken, wenn ich nicht mal mehr ungestraft etwas tun kann, von dem einfach niemand anderes betroffen ist, schon gar nicht negativ. Dann wird das Ganze zum rein formalen Selbstzweck. Und im schlimmsten Fall zu einen in sich erstarrten System, dass gesellschaftlichen Veränderungen nicht Rechnung trägt, sondern stur die strikte Einhaltung der bestehenden (oder eben eigentlich überkommenen) Ordnungsvorstellungen bewirkt. Und Gesichterkennung ist elementarer Baustein für die Funktionsfähigkeit eines solchen Systems.

herbivore

(*) In China gibt es das schon, dass auf großen Videotafeln die Namen der Leute eingeblendet werden, die bei rot über die Straße gehen. Gruselig!
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Zitat von hypersurf
Würde man mir explizit sagen können: Das Produkt was ich jetzt gerade bestellen will wurde durch Kinderarbeit gefertig, würde ich es definitiv nicht mehr kaufen. Aber ich weiß ja überhaupt nicht wo die Produkte herkommen. Wüsste ich was in den ganzen Lebensmitteln vom Lidl drin ist, würde ich vermutlich auch einige nicht mehr kaufen und verzehren.

Das ist ein wunderschönes Beispiel. Man schiebt seine eigene Verantwortung einfach auf andere ab. DIE haben mir nicht gesagt, was da drin ist / was mit meinen Daten passiert / welche Auswirkungen mein Kaufverhalten auf die Gesellschaft hat, also habe ICH keinerlei Verantwortung mehr für meine Handlungen.
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Naa.. das ist jetzt auch nen ganz schönes Bashing.
Sicherlich sind gewisse Dinge von Amazon fragwürdig und wurden ja teilweise durchaus auch schon angegangen; aber gewisse Dinge sind einfach auch eine gesellschaftliche Wandlung.

Dass ein Amazon sein Tarif nach dem des Einzelhandels richten soll, das erschließt sich mir zum Beispiel nicht.
Amazon ist ein reines Logistikunternehmen - warum also nach dem des Einzelnhandels, das direkten Kundenkontakt vorsieht, bezahlen?
Diese Frage stelle ich nicht, um die aktuellen Amazon Mitarbeiter benachteiligen zu wollen, sondern es werden ja im Endeffekt die heutigen Einzelhandels-Mitarbeiter benachteiligt.
Ist das Fair? Ich denke nicht.

Dass die Mitarbeiter nun insgesamt aber wohl fragwürdig behandelt werden und dass auch das gesellschaftliche Handeln ("Deutschland nervt", ergo geht man nach Polen) nicht gerade fair ist - das stell ich gar nicht in Frage.

Wenn man irgendwas mit Verantwortung argumentiert, dann sollte man vor allem beim Essen anfangen - nicht beim Shopping.
Alles andere ist in meinen Augen Heuchelei. (Meine Meinung!)
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Hi Abt,

stimmt, Übertreibung macht anschaulich. Es ging ja in dem Thread ursprünglich darum, warum für die einen eine flächendeckende Überwachung per Gesichtserkennung eine Horrorvorstellung ist, während andere darüber nur mit den Schultern zucken können.

Mit Amazon, den T-Shirts und dem Hackfleisch bei Aldi ist es meiner Meinung nach das gleiche Denkmuster. Jeder weiß, daß es Scheiße ist, aber alle finden ihre eigene Begründung, warum man es trotzdem macht. Ich nehme mich da auch explizit nicht aus davon.
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Stefan.Haegele
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Zitat von Palin
heise:Amazon ermöglicht Live-Gesichtserkennung für ganze Städte
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[IRONIE AN]
Böse gesagt weiss ich dies, seit dem alle ein iPhone haben - auch das neue Fahrzeugortungsystem was die meisten Neuwägen haben ist hier sehr zuverlässig....
[IRONIE AUS]

Ich muss gestehen ich verstehe eure Aufregung nicht - ist das Ganze für euch wirklich so überraschend? Ich meine - wir sind hier nicht in einem Forum für Weihnachtsplätzchen.

Stefan
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Stefan.Haegele
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Zitat von herbivore
Sicher, Gesichtserkennung mischt die Karten da nochmal neu. Ich bin allerdings schon gegen die Überwachungskameras.

Siehst du - so verschieden können Meinungen sein, ich habe nichts dagegen und habe auch bei uns auf dem Grundstück mehrere Kameras rund ums das Haus angebracht..
Zitat von herbivore
In China gibt es das schon, dass auf großen Videotafeln die Namen der Leute eingeblendet werden, die bei rot über die Straße gehen. Gruselig!

Nein - *PERFEKT* - Nie war Verkehrserziehung so einfach und effektiv. Das gleiche würde ich auch mit Rasern (ich definiere Raser an mehr als 20% der erlaubten Geschwindigkeit, nicht an km/h) vor Kindergärten, Schulen und Seniorenstiften machen
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LaTino
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Blöd nur, dass Menschen ihr Verhalten schon ändern, wenn sie nur davon ausgehen müssen, von einer Kamera erfasst zu werden. Und ich rede nicht davon, dass sie eben nicht mehr bei Rot über die Ampel gehen, sondern dass sie Verhaltensweisen, von denen sie glauben, sie erscheinen unangepasst, von vornherein abstellen. Völlig unbewusster Vorgang.

Und tschüss, individuelle Freiheit.

LaTino
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bredator
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Zitat von Stefan.Haegele
Nein - *PERFEKT* - Nie war Verkehrserziehung so einfach und effektiv. Das gleiche würde ich auch mit Rasern (ich definiere Raser an mehr als 20% der erlaubten Geschwindigkeit, nicht an km/h) vor Kindergärten, Schulen und Seniorenstiften machen

Die Begeisterung für einen Pranger werde ich wohl niemals verstehen oder gar teilen. Menschen machen Fehler, mal mehr mal weniger schwere. Für jeden Mist gleich an einem Pranger zu stehen und damit erst den Stein ins Rollen zu bringen, der zum sozialen Absturz führt, geht irgendwie gar nicht. Zumal es auf lange Sicht ja nicht bei sowas bleibt, wo noch der eine oder andere etwas Gutes daran sehen kann.

Irgendwann fällt einer Regierung ein, dass es ultraböse ist, homosexuell zu sein. Und fast noch schlimmer ist es, entsprechende Webseiten mit Bildmaterial zu besuchen. Also veröffentlicht die Regierung auf großen Anzeigetafeln die zum Teil privaten Fotos (um explizite Stellen gekürzt), so dass jeder sie sehen kann. Ist das dann immer noch perfekt? Nach Ansicht von diversen geistigen Wirrköpfen ist Sexualität auch reine Erziehungssache und so könnte das ja bestimmt auch gesteuert werden, wenn man die Leute nur möglichst öffentlichkeitswirksam bloßstellt. Ich behaupte, dass so ein Programm eher zur gezielten Steigerung von Selbstmordraten nutzt und sonst zu überhaupt nichts.

Andere Beispiele wären Überschuldung, Ehebruch, Scheidung, Arbeitslosigkeit, Gutmenschentum (was auch immer das in bestimmten Kreisen heißen soll), oder auch die Krankenversicherung, die deinen Beitrag erhöht, weil sie dich zum X-ten mal betrunken (und rauchend!!) auf einem Fest erkannt hat... etc. pp. Toll, wenn man die Leute anprangert? Ich finde nicht. Und um sich keine Gedanken machen zu müssen, wo man denn die Grenze zieht, kann man es doch einfach gleich ganz lassen. Ich finde das richtig, wie es auch hierzulande von Strafverfolgungsbehörden gehandhabt wird. Da wird dann eben nicht Name, Anschrift und Foto von z.B. Kinderschändern veröffentlicht. So verwerflich und verachtenswert ich solche Taten auch finde, aber wir leben in einem Rechtsstaat in dem auch Verbrecher Rechte haben. Und dass diese auch gewährt werden zeigt letztlich ob und wie stark der Rechtsstaat ist. Sonst brauchen wir keine Gerichte mehr und verlassen uns am Ende wieder auf den Lynchmob.

Ich übertreibe hier jetzt ganz bewusst, wobei ich aber glaube, dass man z.B. in Russland da nicht sooo weit weg davon ist und Überlegungen vielleicht sogar schon angestellt wurden.

1984 war nicht als Anleitung gemeint... und das sollte man sich immer wieder mal ins Gedächtnis rufen. Wenn technische Möglichkeiten vorhanden sind, werden sie immer irgendwann missbraucht.

Ich will nicht, dass man immer weiß, wo ich bin und was ich gerade mache. Ich plane da keine gigantischen Jahrhundertverbrechen oder sonstwas, sondern ich will einfach meine Ruhe haben und im Zweifelsfall auch schlicht nicht gefunden werden, WEIL ich meine Ruhe brauche. Da braucht man mir auch nicht mit dem wohlwollenden Großen Bruder kommen, der ja nur in einem Notfall wissen will, wo er mich finden kann.

Und nein, ich finde es keinesfalls überraschend - warum auch? Eher erwartungsgemäß. Aber darf man sich deshalb nicht darüber aufregen? Ich sehe es als außerordentlich beunruhigend, wie und wohin es sich entwickelt und ich stemme mich auch weiterhin dagegen, so gut ich es eben kann. Das mag zwar wie ein Kampf gegen Windmühlen laufen, aber dann ist es halt so und ich gehe irgendwann unter. Aber einfach nur der Herde hinterher, ohne den Kopf zu benutzen, fand ich noch nie gut.
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Palin
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Zitat von Stefan.Haegele
Zitat von herbivore
In China gibt es das schon, dass auf großen Videotafeln die Namen der Leute eingeblendet werden, die bei rot über die Straße gehen. Gruselig!

Nein - *PERFEKT* - Nie war Verkehrserziehung so einfach und effektiv. Das gleiche würde ich auch mit Rasern (ich definiere Raser an mehr als 20% der erlaubten Geschwindigkeit, nicht an km/h) vor Kindergärten, Schulen und Seniorenstiften machen

Als erstes werden die Leute an den Pranger gestellt, die über eine Rote Ampel laufen. Dann die Gefühle wie Hass und Wut zeigen, führt ja wie bekannt zur Dunkeln Seite der Macht. Und dann alle anderen Emotionen und dann haben wir eine Welt wie in Equilibrium (guter Film, wer ihn noch nicht kennt sollte ihn sich mal anschauen).

Die Frage ist in was für einer Welt wir leben wollen. Und ich würde in der von Star Teck leben, als in der von Equilibrium.
Sollte man mal gelesen haben:

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Entwurfsmuster
Anti-Pattern
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MrSparkle
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Zitat von Stefan.Haegele
Zitat von herbivore
Sicher, Gesichtserkennung mischt die Karten da nochmal neu. Ich bin allerdings schon gegen die Überwachungskameras.

Siehst du - so verschieden können Meinungen sein, ich habe nichts dagegen und habe auch bei uns auf dem Grundstück mehrere Kameras rund ums das Haus angebracht..


Wir sollten mal beim Thema bleiben. Es geht in dem Beitrag von Palin nicht darum, wer wo was einkauft. Es ist auch irrelevant, ob ihr eure privaten Grundstücke mit Kameras überwacht. Es geht darum, daß öffentliche Plätze von privaten Unternehmen oder Behörden überwacht werden.

Ob man jetzt Überwachung gut oder schlecht findet, ist Ansichtssache. Einen Nachweis über die Wirksamkeit z.B. gegen Terroranschläge gibt es nicht. Das sind Fakten, keine Meinungen. Soweit ich informiert bin, waren sämtliche Attentäter der Anschläge aus den vergangenen Jahren der Polizei bzw. den "Behörden" bekannt, inklusive Aufenthaltsort. Der Attentäter von Berlin wurde vom Verfassungsschutz sogar persönlich nach Berlin gefahren. An welcher Stelle soll da jetzt eine Videoüberwachung helfen?

Die negativen Auswirkungen von diesen Überwachungsmaßnahmen sind dagegen sehr gut dokumentiert. Aus welchem Grund sollte man jetzt eine so umfassende Maßnahme befürworten, deren Wirksamkeit nicht einmal nachgewiesen ist?
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